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582 Hildenbrand, Franz Xav., lLdler v.
ten aus allen Zweigen des menschlichen Wissens vorhanden waren. Diese Ge«
sellschafl trug auch sehr viel bey zur Verbreitung wissenschaftlicher Kennt-
nisse, und eines guten Geschmackes unter einem großen Theile der Be-
wohner Wien's. — H.'s Verdienste als Mitglied der WohlthätigkeitZ-
Hofcommission und Armen-Bezirksdirector lohnte der Kaiser Franz
durch die goldene Ehren-Medaille mit Ohr und Band. — Die gehäuf-
ten Geschäfte, die er nach dem Abgänge seines ehemahligen Amtsgenos-
sen Cleynmann zu übernehmen und zu besorgen hatte, und denen er
sich mit gewöhnlichem Eifer unterzog, erschöpften die Kräfte des im Alter
vorgerückten Mannes, und.zogen ihm eine Krankheit zu, die den 31.Apr.
1316 seine thätige Laufbahn endigte.
Hlldenbrand, Franz Haver,, Edler von , Doctor der
Arzneykunde, Professor der mediciyischen Klinik und speciellen The-
rapie für Ärzte, ist geboren am 7. Sept. 1789 zu Wierzbowiec in
Volhynien. Seine erste Erziehung erhielt er in Lemberg, wo er nach
zurückgelegten Humanioren, 1803 in die philosophischen Studien ein°
trat, das dritte Jahr derselben aber in Krakau absolvirte. Als sein Va«
ter 1806 als klinischer Lehrer nach Wien übersetzt wurde, entschloß er
sich für das Studium der Medicin. Nach beendeten 5 Jahrgängen er-
hielt er 1812 von seinem eigenen Vater den Doctorgrad. Er beschränkte
sich bloß auf die Oculistik, wovon er das Magisterium 1813 ablegte.
Bald hierauf betrat er die Bahn eines Assistenten an der medicinischen
Klinik unter der Leitung seines Vaters, in welcher Anstellung er durch
volle 4 Jahre verblieb, und sich durch Repetitionen aus allen Gegenstan«
den der practischen Arzneykunst mit dem schönsten Erfolg für das Lehr-
fach qualisizirte. 1313—14 wirkte er mit größter Aufopferung im Wie-
ner Filial-Militärspital, worauf ihm die mittlere goldene Civil-Ehren-
medaille verliehen ward. Spater widmete er sich dem unentgeldlichen
Diensie armer Augenkranken, bald darauf machte er den Concurs für
die erledigte Lehrkanzel der medicinischen Klinik an der Universität zu
Pav ia , und erhielt diesen Posten 1817. Im Dec. desselben Jahres
ward ihm die Ernennung vom lombardischen Gubernium als provisori-
scher Director des dort. Civilspitals, Findelhauses, und der Bezirksarmen«
anstatt. 1818 wurde er auch in den zwey, vom h. Carl Bor romeus,
und Papst Pius V. gestifteten Collegien zum Repetitor für die Zög°
linge des medicinischen Curses erwählt. 1819 wurde ihm auch die Di-
rection des pathologischen Musäums anvertraut. 1821 erfolgte seine
definitive Ernennung als Spitaldirector. In diesem ausgedehnten Wir-
kungskreise erwarb er sich unzählige Verdienste um die Anstalten und
ihre Sammlungen. Unter andern verfaßte er eine neue Pharmacopöe
zum Gebrauche des Krankenhauses (^dparatusMedicaininuininusuln
?fo5ocomii1'ic!nen5iz 1821), welche spater für alle Spitaler der Lom°
bardie vorgeschrieben wurde. Als 1821 die Kanzel der Physiologie in Er-
ledigung kam, erhielt er den Auftrag, sie zu suppliren. Durch 3i Jahr
versah er auch dieses Lehramt nebst seinen übrigen Obliegenheiten. Er
beschloß nun auch die von seinem Vater begonnene Fieberlehre fortzuse-
tzen. 1821 erschien der 2. Band unter dem Titel: Valentini al, Hilden-
ione» praclico-lnedicae ; edidil, redeßN «c n^nori
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie