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>,ln zu schlagen, und während er den rechten öi'kr?. Flügel unter dem
Generalissimus beschäftigen lies;, griff er den 20. den General H. in
seiner ausgedehnten Stellung an und drangt«' ihn nach großem Verluste bis
nach Landshut zurück. Hierdurch, so wie durch die spätere Schlacht
von Eckmüh l, die der Erzherzog am 22. verlor, war die österr. Armee
vollkommen getrennt. Zwar schlug der General H. bey Neumarkt auf
seinem Rückzüge am 24. die Division Wrede, Mol i tor und
Oudin ot unter dem Oberbefehle B essi.e r e's und drängte sie bisVils-
burgzurück, doch konnte dieser Sieg den nothwendigen Rückzug nachder
Donau nicht aufhalten, und H. führte die ihm untergebenen Corps vom
25. April bis 3..May über Berghausen nach Linz zu, von da nach
Edersb erg (s. d.).Hier widerstand er am 3. May den heftigen Angrif-
fen der Franzosen unter Bessieres; allein die von Napoleon gegen ihn
geleiteten Umgehungen nöthigten ihn seine Stellung zu verlassen und sich
nachEnns, von hier bey Mautern aus das linke Ufer der Donau zu-
rückzuziehen. Am 13. May, dem Tage der Cavitulation von Wien,
hotte er noch in der Iedleseeraue ein Gefecht gegen Lannes, zog darauf
die Besatzung vonWien an sich und vereinigte sich am 16. May am Fuße
des Bisamberges mit dem Erzherzog Carl. In der Schlacht von A s p e r n
zeichnete sich H. besonders aus. Massena vertheidigte das Dorf hartnäckig,
aber nach mehrmahls wiederholten Stürmen der Österreicher sah ersichdoch
genöthigt, es zu verlassen. H. ließ die Mauern des Kirchhofes abbrechen und
erschwerte so^den Franzosen den Sturm desselben, und als er ihnen am Mor-
gen des 22.den Kirchhofüberlassen mußte, fanden sie keinen Schutz hinter den
Trümmern. Neun Mahl wurde an diesemTage Asp ern erstürmt und wie-
der genommen. Als der Sieg sich auf die Seite der Österreicher neigte,
Navoleon die Lobaubrücke nicht herzustellen vermochte, erboth sich H.
die Lobaubrücke anzugreifen, und so den Sieg entscheidend zu ma-
chen ; der österreichische Oderfeldherr konnte jedoch diesen zu gewag-
ten Angriff nlcht zugeben. In der kurz darauf folgenden unglückli»
chen Schlacht bey Wägram (5. und 6. Iuly), befehligte H. ebenfalls
den rechten Flügel, allein der vollständige Sieg dieses Flügels bey
Aspern konnte die Schlacht nicht entscheiden, noch die Niederlage
des Centrums und des linken Flügels am Rußbach ausgleichen. H.
f>ch sich yicdurch genöthigt, ebenfalls den Rückzug anzutreten, den er
mit der höchsten Ordnung ausführte. 1813 befehligte H. das Heer
von Innerösterreich, spater die Armee von Italien genannt, 50,000
Mann stark, um Illyrien zu erobern und dann gegen den Vicekönig
>'on Italien vorzudringen. Von Klagenfurt aus drang er durch
Illynen und Tyvlll vor, vertrieb am 8. October den Feind aus der
festen Stellung bey Tarvis, nahm am 12. Nov. seinHauptquartier zu
Vicenza und drängte den Vicekönig bis Verona zurück. Im De-
cember desselben Jahres ward er jedoch zur großen Armee abberufen; und
durch den Grafen B ellega rd e im Commando ersetzt, welcher somit den
militär. und polit. Wirkungskreis als General-Gouverneur in sich ver-
emte. Nach dem Frieden von Paris 1814 war H. commandirender
General von Galizien. Er starb z.u Lemb erg den 5. Jan 1819.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie