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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 590 -
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590 H ö ckl e, I o h. 1780 ging H. nach München um die dortige Gallerie zu besehen, durch Lectionen erhielt er seinen Lebensunterhalt und verwendete seine übrige Zeit für das Studium der daselbst befindlichen Meisterwerke. Auf das Anrathen des damahligen Galleriedirectors Dorner ging H. vom historisch-kirchlichen Style ab, und verwendete sich zum Conversations' fache, in welchem er sich so auszeichnete, daß der damahlige Churfürst C a r l Th eodor durch den Anblick eines seiner Stücke bestimmt wurde, den jungen Künstler, zu dessen größtem Erstaunen, sogleich zum Hofmaler zu ernennen. 1793 schickte ihn der Churfürst mit einem Bilde, seine Zusammenkunft mit dem Kaiser F r a n z bey dessen Durchreise nach Fran kfurt zur Krönung darstellend, nach Wien, wo ervomKai- ser sehr gütig aufgenommen und mit 2 großen goldenen Medaillen und einer goldenen Tabatiere belohnt wurde. Nach dem Tode des Churfürsten ging H. 1300 nach Wien, um sich daselbst nur kurze Zeit aufzuhalten, er erhielt jedoch vom Hofe den Auftrag 2 Bilder, die Krönung des Kai- sersund den Speisesaal im Römer zu malen (beyde gegenwärtig in Laren- burg befindlich), welchen erso außerordentlich schnell und zurZufriedenheit ausführte, daß er 1802 die Stelle eines k. k. Hof- und Kammermalers erhielt, seinen Dienst in München aufgab und fortan in Wien lebte, ununterbrochen und unermüdet mit seiner Kunst beschäftigt. Er starb an Altersschwäche den 1. Jan. 1832 mit dem Nachruhme eines biedern redlichen Menschen, geschickten und äußerst fleißigen Künstlers. Außer bereits oben- genannten Werken arbeitete er: Die Vermahlung des Kaisers Franz mit Maria Ludovica v. Este und die darauf folgende offene Tafel im Nedou- tensaale (ebenfalls in Laxen bürg befindlich); die Werbung des Kaisers Napoleon um die kais. Prinzessinn Marie Louise durch den Fürsten Berthier, sowie die Vermählung mit dem Bräutigamsstelle vertretenden Erzherzog Carl (beyde imBesitz des Grafen Harr ach), viele lebensgroße Portrats, worunter mehrere des Kaisers Franzin verschiedenen Ordensor- naten lc., viele Studien und Copien niederl. Meister, z. B. Mieris, Oerard Dow, Teniers, Ostade :c., in welchem Fache sich besonders die in der k. k. Bildergallerie im Belvedere befindlichen 2 alten Köpfe in Denner's Manier auszeichnen, welche an Fleiß wenig ahnliche,Ar- beiten finden möchten, endlich verfertigte er auch viele Skizzen merkwür- diger Hoffeyerlichkeiten, kleine Conversations- (Genre-) Gemälde :c. Höchle, Job., k. k. Kammermaler, vorzüglicher Künstler im Fache der Bataillenmalerey, Sohn des Vorigen, wurde geboren zu München im Sept. 1790. Schon in frühester Jugend zeigte er aus- schließend Lust und Talent zur Malerey, ohne sich für andere, was im- mer für Studien zu interessiren; bereits in seinem 7. Jahre beschäftigte sich H. unaufhörlich mit Nachzeichnen verschiedener Gegenstände, beson- ders Militär, dann Pferde und andere Thiere, die größte Neigung hatte er zur Bataillen-Malerey. Nur ungern gab es indessen H.'s verdienstvoller Vater zu, daß er sich der Kunst gänzlich widmete, indem sich derselbe von seines Sohnes Feuer und Leichtigkeit im Arbeiten wenig Ausdauer für die Folge versprach, worin er sich jedoch glücklicher Weise tauschte. H.'s erster Lehrer wurde der damahlige bayerische Hofmaler K o b el l, bey welchem H. durch 2 Jahre blieb, und sowohl im Copiren, als
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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