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594 Höfel, Ioh. — Höfer.
weise zu nennen: Das bereits erwähnte Portrat der Kaiserinn. — Erzher»
zogIohann in der Tracht als Gemsenjäger, nach Krafft. — Erzherzog
Rudolph, Cardinal und Erzbischof v.Olmütz im vollen Ornate.—Ant.
Friedr. Graf Mi t t rowsky, damahls Gouverneur in Mähren und
Schlesien, viele sehr gelungene Porträts im kleineren Formate, mehrere der«
selben zu Hormayr's Wien und dessen histor. Taschenbuche, die 4 Evan-
gelisten nach Giordano, Venus nach Lebrun, Rudolph von Habs»
bürg an Ottokar's Leiche, nach Petter, zu dem nicht vollendeten Wer»
ke: Classische Momente aus der Vaterlandsgeschichte, mehrere historische
Blätter in punctirter Manier, dann einige gut gestochene Platter zu
dem bey Haas erschienenen Bilderwerke der kaiserl. Gemäldegallerieim
Belvedere. Vortheilhaft bekannt sind auch seine vortrefflichen Holzschnitte,
worunter das Porträt einer alten Frau, nach Waldmüller, besonders
ausgezeichnet ist, dann sein Elfenbeinschnitt: Die siebente Plage Hgyp-
tens, nach einem englischen Stahlstiche. — l833 ahmte er die von den
Engländern erfundene Manier, Abdrücke von Münzen und Medaillen
mit grosier Genauigkeit in erhaben scheinender Art, mittelst Maschinen
lu verfertigen, mit großer Geschicklichkeit und glücklich nach, so, daß
seine bereits gelieferten Proben den englischen Arbeiten nur wenig nach»
stehen dürften ; auch erfand er 1834 eine sehr einfache und äußerst schä»
tzenswerthe Methode, Original-Kupferstiche, Holzschnitte und Stein-
drücke ohne Veränderung der geringsten Eigenthümlichkeit derselben in
einem beliebigen verkleinerten Maßstabe wiederzugeben, auf welche Er»
ßndung er ein landesfürstliches Privilegium nahm.
Höfel, Ioh. , Historienmaler, Bruder des Vorigen, ist gebo»
ren zu Pesth l786, studirte zuerst Philosophie, wendete sich jedoch
aus eigenem Antriebe zur Kunst und erhielt durch Joseph Kraff t ,
Vater des berühmten Peter Kraf f t , Anleitung in den ersten Grund»
satzen der Historienmalerey. Spater bildete sich H. in der Akademie
der bildenden Künste in Wien vollständig aus, erhielt daselbst I8N
einen kleinen und einen großen akademischen Preis und reiste I8l3
auf eigene Kosten nach Triest, Venedig, Padua, Ve rona ,
Mantua, Bologna, Florenz, Rom und Neapel, dann über
Pisa, Modena, Parma, Mai land, die Inseln des Comersees,
dann durch Tyrol über München zurück, nachdem er die an jedem Ort«
sich darbiethenden Kunstschätze studirte und so seine Talente erfreulich
ausbildete. Er lieferte vorzüglich viele Altarblätter nach Ungarn, auch
sein großes historisches Gemählde: Die Sohne desDiagoras als Sie»
ger in den olympischen Spielen, so wie eine heilige Familie, u. a. m.
sind nicht unvortheilhaft bekannt.
Höfer, Math. , Mitglied des Benedictmerstiftes Kremsmün»
ster, geboren in dortiger Gegend den 7. Febr. 1754.' Als angehen»
der Geistlicher wurde er, um ihn für die damahls noch in Kremsmün»
ster bestandene Akademie heranbilden zu lassen, nach Wien geschickt,
um an der dortigen Universität die Rechte zu studiren. 178(1 schrieb er
für ein öffentliches Tentamen: I^xei-citatio jui-idica de ori^ine ac pr«»
prieinlitiuz pelui!iai-„m apud Nomann«. Als aber unter Kaiser I o»
sephll . die Akademie zu Kremsmün ster aufgelöst wurde, mußteer
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie