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596 Höayesz. — Härl.
Eifer hingab. Durch den Grafen vonMigazzi unterstützt, besuchte er
nun steißig die k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien und machte
im Zeichnen erfreuliche Fortschritte; die Ohlmalerey studirte er unter der
Leitung des verstorbenen Galleriedirectors Rebell , vom größten Nutzen
für seine künstlerische Ausbildung aber war ihm der Rath seines nachheri-
gen .Schwiegervaters Jacob Gauermann und seines Schwagers
Friedr. Gau ermann, besonders aber die Reisen ins Gebirge, die er
mit Letzterem unternahm. Da in neuerer Zeit die Liebhaberey für Aqua-
rell-Malerey allgemeiner wurde, fühlte sich H. veranlaßt, sich viel
mit diesem Zweige der Kunst zu beschäftigen, in welchem er auch Vieles
und Erfreuliches lieferte; inzwischen ltbte er sich jedoch immer auch inder
Ohlmalerey, die letzt wieder mit Recht zu dem ihr gebührenden Range ge-
langt ist und in der letztern Zeit wieder H.'s Hauptbeschäftigung wurde.
Mehrere der letzten Wiener Kunstausstellungen ließen in sehr gelungenen
Landschafcsgemalden die erfreulichen Fortschritt« dieses talentvollenKünst-
lers bemerken; außer mehreren geistreich aufgefaßten und ausgeführten
malerischen Parthien aus Ober- und Unterösterreich, Salzburg, Berch-
tesgaden :c. dürften besonders folgende auszuzeichnen sein: Die Mühle
beym Gollinger Fall; die^ Etzer-Mühle bey Berchtesgaden> Aquarell
Zeichnungen, dann ein vortreffliches Ohlgemälde in der Kunstausstellung
von 1835, eine Capelle in der Ramsau bey Berchiesgaden mit Wallfah»
rern darstellend.
Högyesz, ungar. Marktstecken im Tolnaer Comitat, mit 3,250
Einw., hat ein schönes Lustschloß des Grafen Appon yi mit einem präch»
tigen englischen Garten, und baut viel und starken Tabak, jährlich an
300,000 Centr., Wein an 200,000 Eimer, tressliches Obst, Kartoffeln,
viel Rohr :c. H. ist der Hauptort derjenigen Herrschaft, welche der
Feldmarschall Graf Mercy d'Argen teau mit deutschen Ansiedlern be-
setzt und sehr gut eingerichtet hat.
Hör l , Ios. Georg, k. k. Hofrath und jubil. Bürgermeister von
Wien. Dieser würdige Diener des Staates, über dessen vortreffliche Ei«
genschaftin seit einem halben Jahrhunderte nur Eine Stimme— die der
Achtung und des Dankes gehört wurde, und welcher seit dem 22. Aug. 1722,
da er geboren ward, 6 Regenten auf dem österr. Throne erlebte, von
4 Regenten Merkmahle des Wohlgefallens erhielt, im 25. Lebensjahre
schon in öffentliche Dienste trat, sieben Mahle zum Stadtrichter ernannt
wurde und durch 31 Jahre die Würde eines Bürgermeisters der k. k.
Haupt-und Residenzstadt bekleidete, trug durch unermüdete Thätigkeit
und seltene Herzensgüte in den wichtigsten Epochen der Stadt Wien
nicht wenig zurVeredlung und zum Wohlstande derselben bey. Der Lohn
dieser Tugenden, deren geräuschloses Verdienst nur die stillen Rathsäle
zu Zeugen hatte, war außer dem Bewußtseyn der edlen Zwecke und der
heilsamen Erfolge die Liebe der Bürgerschaft und die Gnade seiner Lan-
desfürsten. Durch diese stieg er von Stufe zu Stufe, von Würde zu
Würde. Er wurde am 9. März 1747 zum Stadt- und Landgerichtsbey-
sitzer und 1760 den 24. May zum Magistratsrathe gewählt. Im nähmli-
chen Jahre, den 10. Sept., rückte er zum Senior bey dem Stadt- ui'.d
Landgerichte vor. 1764 am 20. Nov. ward er zum ersten Mahle Stadt-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie