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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 602 -
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Seite - 602 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2

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602 Hofbuchhaltung pol. Fonds. — Hofburg. Mitten über den großen Saal ist eine auf 8 Säulen ruhende Kuppel, welche dem Gebäude das grandiose Ansehen eines Tempels gibt, inmit- ten des großen Saales steht die Statue Carl's VI. in Lebensgröße, aus carrarischem Marmor. Überdies; zieren den Saal noch mehrere schöne Büsten aus dem Alterthume. Marmor, Gold.und Malerey ist allenthalben mit verschwenderischem Aufwande angebracht. Die Gemälde sind von Danie l Gran, deffen Meisterstück das Plafondgemälde ist-, wo alle Wissenschaften in symbolischen Figuren dargestellt, einen freund» lichen Kreis bilden. Rings um den Saal läuft eine große Gallerie, zu welcher 4 verborgene steinerne Treppen führen, sowohl erstere als auch die mit Medaillons gezierten Bücherschränke sind von Nußbaumholz ge- schmackvoll und zierlich gearbeitet, wie auch stark vergoldet. Hofbuchhaltung politischer Fonds, s. General-Rech- nungs - Direktorium. Hofburg, k. k. in Wien. Dieses, durch sein Alterthum ehr- würdige, obschon nichts weniger als durch architektonische Schönheit aus» gezeichnete Gebäude, die Residenz der österr. Landesfürsten seit l200, an deren Anblick sich so viele liebe und schmerzliche Erinnerungen knüpfen, liegt am äußersten südwestlichsten Ende der Stadt und besteht aus mehre- ren Gebäuden, die in verschiedenen Zeiten nach verschiedenem Geschma« cke erbaut wurden und daher kein zusammenstimmendes Ganze bilden, ja an äußerer Schönheit vielleicht von den meisten Residenzen deutscher Für« sten überbothen werden. Zur Burg gehören im weitesten Sinne folgende Gebäude: Der Schweizerhof; das Mittelgebäude gegen Süden; der Amalienhof; die sogenannte Reichskanzler»; die Reitschule; die Redou« tensale; das Bibliothekgebäude mit der anstoßenden Fronte, worin sich das Naturalien-, Mineralien-, Münz- und Antiken-Cabinetbesinden. Hier wird nur von den vier ersten, als den Wohnungen der kaiserl. Fa« milie die Rede seyn, da Letztere wieder unter andern Rubriken vorkom- men. Die vier Hauptfronten dieser Gebäude bilden den Burgplatz, wel» cher 64 Klafter lang und 25 breit ist. Das Gebäude gegen Osten, die alte Burg, auch von der ehemahls hier befindlichen Schweizerwache, Schweizerhof genannt, ist der älteste Theil der Hofburg. Er wurde von Leopold V I I . , Herzog von Osterreich aus dem Geschlechte Bäben« b e rg, um 1209 erbaut. 1275 brannte es größtentheils ab, der damah- lige Beherrscher Österreichs, O t t o k a r von Böhmen, begann zwar den Bau aufs Neue, da jedoch dieser Fürst schon 1277 das Leben verlor, so wurde das Gebäude wahrscheinlich erst durch Albrecht I. dem Sohne Rudolph's von Habsburg, vollendet. Kaiser Ferdi- nand I. vergrößerte und verschönerte diese Residenz von 1536—52, er ließ auch das schone alterthümliche Einfahrtthor vom Burgplatz er» bauen. So weit es das Local erlaubte, wurden auch unter Mar ia Theresia mehrere Verschönerungen und Zubauten gemacht, wor- unter sich die sogenannte Bothschafterstiege und die fliegende Treppe durch schöne und kühne Bauart auszeichnen. Im 2. Stockwerke dieses Gebäudes waren die Wohnungen und Appartements des letztoerstorbe° «e« Kaisers Franz I.—Die Burgcapelle, von Kaiser FriedrichIII-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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