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Hofkammer , k. k. a l lgemeine.
chenhaus. Die Pfarrkirche hat einige sehenswerthe Gemälde und Grab-
steine. Dieser Markt war ehemahls blühend durch seine Ooldbergwerke,
als diese aber eingingen, verlor der Ort sehr, aber noch hat er Spuren
des einstigen Reichthums seiner Bürger, der berühmten Oasteiner Ge-
werke. Noch sieht man die Ruinen eines Palastes mit Serpentinsäu-
len und kunstreich geschnitztes Getäfel im Pfteggerichtshause. Durch eine
Actiengesellschaft von 34 hiesigen Bürgern kam 1828 die Herableitung
des im Wildbade von der Hauptquelle überfließenden Wassers nach H. zu
Stande. Das Badegebäude, dessen Heilwasser in 2,235 hölzernen Röh-
ren auf eine Entfernung von 4,47l Klaftern von B ad-Gastein, mit
unbedeutendem Wärmeverlust herabgeleitet wird, liegt hinter dem M o-
ser'schen Gasthause. Durch eine Nebengasse gelangt man zur Haupt-
fronte des hölzernen, auf einer 10 Schuh hohen Mauer ruhenden Bade-,
gebaudes, von 66 Fuß Länge und 55 Breite. Ein Vorsaal führt rechts
und links in die Versammlungszimmer und von da in das große und klei-
ne Vollbad, in das große und in die drey kleinen Separatbäder. Die
Wannenbader befinden sich in der Nähe der Brauerey. Außer dem Mo-
s e r'schen Gasthofe findec man noch in 3 andern Gast- und Badehausern
gute Unterkunft. Es befinden sich'bereits über 120 Wohnungen für die
Badegäste inH. — Außer der Liebenfrauen-Pfarrkirche und dem Fried-
Hofe, sind noch das Schloß des Patriarchen, Erzbischofs von Er lau ,
Ladislaus v. Pyrker (vermahlen eine Militärbadeanstalt), dessen
neugebauter Landsitz, die Versammlungsstube der Gewerken :c. sehens-
werthe Gebäude. Zur Unterhaltung der Badegäste sind mehrere Spazier-
gänge, eine Oondelfahrt »ach Dorfgastein, ein niedliches Theater,
und zum Besuche des Wildbades, Gesellschaftswagen vorhanden. Zur
Emporbringung der Badeanstalt wurde seither besonders durch den Bade»
arzt Dr. Kiene so thätig gewirkt, daß diese 1833 bereits über 2N0
Gäste herbeyzog. S. Gastein.
Hofkammer, k. k. allgemeine. Ursprünglich hatte jede Provinz
eine Kammer, aber unter Carl VI. wurden alle in eine vereinigt. Im
Verlauf der Zeit bestand das Hofkammerwesen theils selbstständig, theils
in Verbindung mit der vereinigten Hvfkanzley (vergl. Hofkanzley, k. k.
vereinigte), auch bildeten manche Departements besondere Hofstellen. Durch
Cabinetsschreiben des Kaisers Franz vom 30. April 1816 wurden die
verschiedenen selbstständigen Abtheilungen der Hvfkammer, nähmlich die
geheime Credits^ Hofcommission, die Ministerial-Banco-Hofdeputation
und Commerzhofstelle, dann die Hofkammer in Münz- und Bergwesen
unter dem Nahmen: Allgemeine Hofkammer und unter der unmittelba-
ren Leitung des Hofkammer-Präsidenten concentrirt. Dieser hat 4 Vice»
Präsidenten neben sich. Der übrige Körper bildet sich aus 19 Hofrathen
und 25 Hofsecretären; Hofconcipisten sind in einer den Geschäften an-
gemessen größeren Zahl (über 40) beygegeben. Der Wirkungskreis dieser
Hofstelle ist sehr ausgedehnt und erstreckt sich, wenigstens in Beziehung
mancher Geschäfte, über die ganze Monarchie, weßhalb sie allerdings
als eine allgemeine Hofstelle angesehen werden muß. Sie ist berufen, für
die Erhöhung des Nationalwohlstandes zu sorgen, in wie fern derselbe
von de:: sogenannten Commerzialbeschaftigungen, insbesondere von dem
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie