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Hodenlohe, Wolfg. Iul. Graf zu. 625
niora zu studiren, und bezog 1808 die Akademie zu Bern, wo er in
die L^eratur allerer und neuerer Zeit eingeweiht wurde. 18Il) trat H.
in da?Wiener erzbischöfiiche Seminar für junge Priester, bald darauf
in das bischöfliche zu Tyrnau in Ungarn und wurde 1814 nach El-
w ang en berufen, um auf der neuen Universität unter den Augen seines
Oheims, des Weihbischofs Fürsten Franz Carl v. H., Theologie zu ab-
solviren. Noch im selben Jahre wurde H. zum Canonicus des Metrovoli-
tanstiftes von Olmütz gewählt, 1815 erhielt er die Weihe als Sub-
diacon, den 16. Sept. desselben Jahres ertheilte ihm sein Oheim die
Priesterweihe. Nun entwickelte sich auch sein vorzügliches Talent als
Kanzelredner. 1816 reiste H. nach Rom, wurde daselbst von den Je-
suiten in ihrem Hauptsitz auf dem Monte Cavallo aufgenommen, erhielt
die Erlaubniß in jederKircheR o m's Messe zu lesen, und erfreute sich auch
einer sehr günstigen Aufnahme bey dem Papste Pius VI I . Nach seiner
Zurückkunft wurde H. geistlicher Rath bey dem Oeneralvicariate zu
Bamberg, dann Domcapitular daselbst; 1825 wurde er Domherr zu
Oroßwardein, dann Archidiacon. Bekannt ist seine feurige Beredsam-
keit und religiöse Begeisterung, welcher fast wunderbare Wirkungen zu-
geschrieben wurden. Seine vorzüglichsten Schriften sind: sacei-clos ca-
tkalicus in «ratione et contemplatione, ohne Druckort (Bamb.)
1819. —Charwochenpredigten, Nürnb. 1819. — Der nach demOei-
ste der katholischen Kirche bethende Christ, Bamb. 1819, ein Gebeth»
buch, welches mehrere Auflagen erlebte, auch häufig nachgedruckt wur-
de und noch mehrere geistliche Gelegenheitsschnften.
Hohenlohe, N)olfg. Julius, Graf zu, kaiserl. Feldmarschall
und Kriegsrath, General-Lieutenant über die Reichstruppen, geb. 1623.
Schon in ein«m Alter von 15 Jahren trieb ihn sein kriegerischer Geist ins
Feld, und zwar zuerst zu den Schweden, wo sein Anfang eben nicht einla-
dendwar, denn er wurde im ersten Gefechte ins Gesicht geschossen, wovon
er Lebenslang das Denkzeichen behielt. — Dem feurigen Jüngling eine
minder gefährliche Beschäftigung zu geben, schickte ihn seine Familie
nach Par is, wo er nach damahliger Erziehungssitte seine Bildung in
Wissenschaften und ritterlichen Übungen vollenden sollte. Hier erwachte
jedoch sein Hang zum Kriege so unwiderstehlich, daß er unter frem-
dem Nahmen als gemeiner Reiter bey dem Marschall von Ranzau
Dienste nahm, durch Wohlverhalten in den niedern Stufen eine Com-
pagnie, u»d endlich die Zuneigung des Herzogs von Orleans in
dem Grade erwarb, daß dieser ihm zu Liebe ein deutsches Cavallerie-
regiment errichtete, bey dem er ihm die Oberstenstelle gab. Die Tref-
fen bey Raitot und in der Vorstadt St. An toine, das Gefecht
bey dem Canal von Br iac, und so viele andere Vorfalle der fran-
zösischen innerlichen Kriege fallen in die ersten Jahre seiner Dienstzeit.
Sein« Belohnung war die Oeneralswürde. Als solcher ging er mit den
Truppen des Herzogs (1650) nach den Niederlanden, wo er unter
Conde sich durch manche Proben der Tapferkeit und Einsicht so em-
pfahl, daß man ihn nur ungern entlassen wollte. Bey Valencien-
n es' focht er jedoch nur der Ehr« halber noch mit, da er sckon Urlaub ge-
nommen hatte. — Endlich nach vielen Umständen, selbst nach einigen'
-^csterr. Nat. Encykl. Bo. II. 40
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie