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Hohcnmautb. —Hohenwart, Siegm.Ant. Grafv.
Monathen Gefängniß auf der Citadelle zu Antwerpen, sah sich H.
seinem Vaterlande wiedergegeben, wo er bald Beschäftigung fand. Bey
Leopold's I. Krönung war das große Bündniß zwischen Frankreich,
Schweden und einigen Reichefürsten zu Stande gekommen, und auf dem
Reichstage zu Regensbu rg (1662) die Türkenhülfe bewilliget worden.
Bey dieser Gelegenheit ward H. zum General-Lieutenant ernannt;
er giug mit 6,500 Mann vorläufig nach Ungarn, um die Unternehmungen
der kaiftvl. Armee zu unterstützen, bis die Stande sich über einen Reichs-
Feldmarsckall und Oberauführer verglichen, und das größere Heer ge-
stellt haben würden. Bis dahin befand er sich, bekannt mit dem bedacht-
samen Sch'-'itte seiner Committenten, einem an Streitkräften weit überle«
genen Feind gegenüber, in einer sehr bedenklichen Lage. Indeß glückte
es ihm doch in Vereinigung mir Zr iny i den Türken (1664) Pres-
ni tz und andere Örter abzunehmen. Nun endlich trafen die erwarteten
Verstärkungen ein. Wenig hoffend von den meist neugeworbenen und
ungeübten Truppen, war H. dennoch von der Partey, die am Tage von
St . Gotthard für den Angriff stimmte, den der große Montecu-
coli zu bedenklich fand; im Treffen selbst führte H. den linken Flügel,
deu die rheinischen Völker bildeten, und die Franzosen unter Coligny
und Feuillade schloffen. Ihm verdankte man hauptsächlich, daß das er-
steZurückaeichen der Reichstruppen keine Folgen hatte, und die Schlacht-
ordnung wieber hergestellt wurde. Nach rühmlich vollbrachter Sendung,
uud da so früh schon der erkämpfte Friede den Feldzug beschloß, führte
H. seine bVaven Völker in ihre Kreise zurück, erwarb sich auch dort mit sei-
nen Anstalten allgemeine Zufriedenheit, und lebte der Muße des Soldaten-
standes auf seinem Familiensitz Neuen stein. Kaiser L eopold hatte ihn
mit der Kriegsraths- und Feldmarschallswürde beehrt. — Er starb 1698.
Hohenmauth, böhm. kö'nigl. Leibgedingstadt imChrudimerKreise
mit 4,600 Einw., worunter es viele Tuchmacher gibt, prächtiger Dtt
canatkirche und schönem Rathhause.
Hohenstadt, mähr. Städtchen im Olmützer Kreise, mit l,500
Einw. mit Inbegriff der Vorstädte, liegt an der Zasawa. In der Ge-
gend wird guter Flachsbau betrieben.
Hohenwart, Siegm. Ant. Graf von, Fürst-Erzbischof zu
Wien, Ordens-Prälat und Großkreuz des kaiserl. Leopold-Ordens,
Magnat in Ungarn, war am 2. May 1730 zu G erlach st ein geboren,
und stammte aus einer altadeligen bayerischen Familie, die schon im
16. Jahrhundert in Deutschland in weit ausgebreiteten Zweigen blühte.
Einige Glieder dieser berühmten Familie bekleideten die ersten Httiter im
deutschen Reiche; so war 1560 ein Georg H. Bischof zu Basel, und
wohnte der Kirchenversammlung von Tr ient bey. Um dieselbe Zeit
machte sich ein Zweig der Ho henwavte im Herzogthume Kram an-
säßig, brachte durch Kauf das Gut Gerlach stein an sich, und erlangte
später die Erb-Truchseßwürde im Herzogthume. — Bis zum 16. Jahre
seineö Alters lebteH. »m väterlichen Hause, und genoß daselbst wissenschaft-
liche Bildung. Zum geistlichen Stande durch eigene Wahl bestimmt, trat
er zu Laib ach i» den Orden der Jesuiten, und wurde von da 1746 in
das Noviziat cicses Ordens nach Wien geschickt. H. machte daselbst Be«
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie