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Hohenwart, Siegm. Ant. Graf v. 627
kanntschaft m i tDen is , der ebenfalls sein Noviziat zu bestehen hatte.
Beyde fanden gegenseitig so viel Anziehendes, daß sie in kurzer Zeit
das innigste Band der vertrautesten Freundschaft umschlang, einer
Freundschaft/ die nur mit Deni 's Tod endete. >— 1749 kam H. in
das Ordenshaus nach Gratz, woselbst er die philosophischen Studien bis
1751 betrieb. 1752—53 lehrte er in den Grammaticalclassen zu Triest,
und, 1754 zuLaibachin den Humanitätsclassen Poesie und Beredsam-
keit. Von 1755 — 58 studirte er mit ausgezeichnetem Erfolge die
Theologie im Ordenshause zu Grätz. 1759 erhielt er die Priester-
weihe. — 176N war er als Seelsorger in einer der gebirgigsten Ge-
genden von Steyermark verwendet. Sein einziges Streben und sein vor-
züglichster Wunsch war als Missionär nach Indien zu reisen, welches ihm
aber seine Vorgesetzten nicht bewilligten«, und es für besser hielten, daß
er sich ganz den Wissenschaften widme. H. wählte Botanik zu seinem
Lieblingsstudium, verlegte sich aber nebstbey auf Geschichte und Alter«
thumskunde. 1761 ward er als Präfect in der k. k. Theresianischen Akade-
mie angestellt, wo er im freundschaftlich vertrauten Umgänge mit Lies«
gan ig . H e l l , Eckhel und Neumaun für die Geschichte und Al-
terthumskunde eine besondere Vorliebe gewann und sich in diesem gelehr-
ten Zirkel eine vielseitige wissenschaftliche Bildung erwarb. Bald darauf
erhielt er, nachdem er das vierte Ordensgelübde abgelegt hatte, dieLehr-
kanzel der Universalgeschichte in eben derselben Akademie. — Noch vor
der Auflösung des Jesuitenordens wurde er zum Regens des nordischen
Stiftes zu Linz ernannt. — Zu eben dieser Zeit ernannte ihn auch
Mar ia Theresia zum Lehrer der Religion Und Geschichte der vier äl-
testen Prinzen des damahligen Großherzogs Leopold von Toscana. H.
begab sich daher 1778 nach F lorenz, um sein ehrenvolles Amt anzu»
treten, welches er zur größten Zufriedenheit seiner Monarchinn verwal-
tete Eben so wohlthätig war H.'s Aufenthalt zu Florenz für deutsche
Gelehrte und Künstler. Von hier eröffnete und unterhielt er einen leb-
haften Briefwechsel mit den größten Gelehrten deutscherMuse, mit Her-
der, Becker, Fischer, H i r ze l , Schäfer u.s.w. Zu Florenz
schloß H. mit den Gelehrten Fon tana , Fab ron i , Lanzi und
Zucchini Freundschaft. — Als der Großherzog Leopold sich als
Kaiser nach Wien begab, folgte H. ebenfalls dahin nach. Hier, wo ihm
die Quellen des geheimen Hof- und Hausarchives offen standen, war er
bemüht, die Geschichte des Hauses Lothr ingen weiter zu fördern. Die
Stunden der Muße und Erhohlung brachte er in Gesellschaft seiner ge-
lehnen Freunde, B o r n , Den i s , I acqu in und Schmidt , Ge-
schichtsschreibers der Deutschen, zu. 1792 ward er Bischof zu Triest, 1794
zum Bischof in S t . Po l ten , und 18U4 zum Erzbischof in Wien er-
nannt. 1806 ertheilte ihm Kaiser Franz den Vorsitz bey der k. k. Hof-
commissiön in deutschen Schulsachen, und 1808 ward er zum Ordens-
Prälaten und Großkreuz des kaisevl. Leopold-Ordens ernannt. — H.,
wiewohl er erst im 7(1. Jahre seines Lebens das Erzbischum erlangte >
verwaltete selbes dennoch durch beynahe volle 1? Jahre, während wel.-
cher Zeit er mehrere hohe kirchliche Functioucn verrichtete. Er segnete die
Ehen des Kaisers Franz mic der Kaiserinn Caro l iu? Au guste, der
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie