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638 H o l z e r.
den nördl.unb nordwesil. Gebirgen, längs der Gränzen von Oalizien, Mäh-
ren und Schlesien bestand nie eineördentlicheWaldwirthschaftund selbstin
neuester Zeit ist der große Holzreichthum jener Gegenden nur schwer zu
benutzen, da nur der Wagssuß einiges Bauholz und einige Breterfiöße
nach den l ntern Wag- und Donaugegenden trägt. In den untern wald-
losen Flachen an der Donau, Theiß und Maros herrscht hingegen großer
Holzmangel und die Einwohner verwenden als Heizstoff Rindermist mit
Stroh zu einem Breye gemacht, der in unförmlichen Stücken oder in Ziegel-
form getrocknet wird. — I n Siebenbürgen sind die Waldungen zwar
im Innern des Landes durch schlechte Forstwissenschaft größtentheils ver-
schwunden, so daß dort schon Mangel an Holz fühlbar ist, dagegen ist
das Land mit einem Kranze unberührter und so unermeßlicherWälder ein-
gefaßt, daß nicht nur Überfluß und Wohlfeilheit in seinem Innern wieder
hergestellt, sondern auch der an Holz arme Theil des Banales reichlich
damit versehen werden konnte, wenn man die Mittel, welche die Natur
selbst überall darbiethet, gehörig anwenden will. Die herrschenden Holzarten
sind die Eiche, Buche, Tanne und Fichte. — In der Mil i tärgränze
sind die Waldungen noch sehr bedeutend, besonders in der Carlstädter
Gränze und nehmen einen Flächenraum von 2,674,822 Joch ein. Das
Schiffbauholz vonIablanacz ist selbst in England vortheilhaft bekannt.
<—In Dalmatien haben die Waldungen mehr Laub-als Nadelholz. Das
Land leidet jedoch Holzmangel, da hier Forstcultur bisher noch gar nicht
zu finden war. Eigentliche Wälder mit hochstämmigen Bäumen sind, die
Insel Corzola ausgenommen, schon sehr selten geworden und von öen vor-
mahligen großen Waldungen des Landes sind nur noch Gebüsche oder so-
genannte Waldgründe übrig. Die Gemeindewälder nehmen allein einen
Flächeninhalt von 3,000 O.. Meilen ein, sie sind jedoch außerordentlich
übel zugerichtet und legen unzählige Beweise der größten Unwirthschaft
und Verwahrlosung an den Tag. Die Privatwälder hingegen stehen noch
gut und zeigen, welchen Holzreichthum Dalmatien bey einiger Forst-
wirthschafthaben könnte. Im Ganzen hat vor allen der letztregierende Kai«
serFranz Vieles zur Beförderung der Waldculmr gewirkt. Unter ihm e»t«
standen die meisten und zweckmäßigsten Forstordnungen, mehrere kostspielige
Canäle und Flößansialten wurdeil, angelegt, um dem bisher ganz unbe-
nutzten Holze der Karpathen und Sudeten Absatz zu verschaffen u. s. w.—
Der Anbau ausländischer Holzarten wird als Luxusartikel seit ungefähr
ZO Jahren sehr hoch getrieben; besonders in den Parks der Großen. Merk-
würdig sind, wie bereits berührt, die Plantagen auf dem beyden fürstl.
Liechtenstein'schen Herrschaften Feldsberg und Eisgrub, wo
schon 1812 über 5 Millionen exotischer Bäume in vollem Wachsthum«
standen. (S. Forstschulen.)
Holzer, Job., Historien-und Frescomaler, geboren I70H zu
Burgr ieß in Tyrol. Er malte im Geschmacke der niederländischen
Schule. Sein Lehrer war der rühmlich bekannte Bergmüller zuAugs-
burg. H. malte daselbst auf Kalk die Außenseite einiger Bürgerhäu-
ser, worunter besonders ein Bauerntanz an einem Wirthshause »vc-gen
des richtigen Ausdrucks und der verschiedenartigen Stellungen nocb heute
von Kennern bewundert wird. Auch befugn sich in einigen Kirchen
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie