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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 639 -
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Holzkohlen-Brennereyen. — Holzschneidekunst. 689 Augsburg's schöne Gemälde von ihm. 1739 warder nachBonnberufen, um daselbst das Schlos, Cleme nswerth auszumalen, er ging zwar dahin, starb jedoch 1740, noch ehe er diese Arbeit angefangen hatte. H.'s Gemälde zeichnen sich durch Erfindung, Ausdruck, feste richtige Zeich- nung, angenehmes Colorit, schöne Architectur und kräftiges Helldunkel aus. Er radirte auch einige Blatter in großem malerischen Styl, von denen die Anbethung der Könige, die Anbethung der Hirten, die vier Temperamente und Maria in einer Glorie die vorzüglichsten sind. Holzkohlen-Brennereyen. Die Kohlenbrennerey wird in meh- reren holzreichen Ländern der österr. Monarchie, besonders in Steyer- mark,Kärnthen, Osterreich,Böhmen, Ungarn und Mah- ren sehr ausgedehnt und im Großen betrieben. In dem südwestlichen Th«ile des n. ö. Kreises unter dem Wienerwald ist eine bedeutende Anzahl von Köhlern mit dieser Arbeit beschäftigt, um theils den umliegenden zahl- reichen Werken das Feuerungsmateriale zu liefern, theils den großen Bedarf der Hauptstadt zu befriedigen. Der Kohlenhandel wird in Oster- reich nach Stibich zu 2 Wiener Metzen, in Steyermark hingegen nach Faß betrieben, wovon das Innernberger Faß 5 und das Vordernberger 4 Metzen hält. Die Quantität der nach Wien gebrachten Holzkohlen wird zwar seit 1803, wo sie noch 124,860 Stibich betrug, nicht mehr ordentlich aufgezeichnet, indessen ist es gewiß, daß sie vor einigen Jah- ren noch viel höher stieg, indem wöchentlich bis 300 Wagen mit Kohlen beladen in Wien ankamen, wovon ein großer einspänniger 22 bis 23, ein zweyspänniger aber 40 Stibich ladet. Gegenwärtig scheint die Con- sumtion jedoch wieder bedeutend abgenommen zu haben. Die Verkohlung des Holzes geschieht im österr. Staate entweder in liegenden Meilern, welche die gebräuchlichsten und in Osterreich die einzigen sind, oder in stehenden nach italienischer Art, welche unbestreitbare Vorzüge haben und bereits bey vielen Brennereyen in Kärnthen, Steyermark und Böhmen eingeführt sind. Selbst der abfallende Kohlenstaub wird noch als Brenn- material mit Vortheil benützt, indem er mit Maurerlehm und Wasser zu einer dicken Masse geknetet wird, aus welcher sodann Ballen oder Ziegel geformt werden. Holzschneidekunst (Xylographie). Diese alte und ehrwürdige Kunst, deren Hauptvorzug nicht allein die Menge der Abdrücke, (da es Platten gibt, die bey 20,000 derselben erleiden) sondern auch sicherlich dieKraft der Darstellung ist, hat in neuerer Zeit durch die erfreulichen Lei- stungen bewährter Künstler in diesem Fache wieder viele Anerkennung ge- funden, da sie in früherer Zeit auch in Osterreich, wie allenthalben durch die Kupferstecherkunst sehr zurückgesetzt worden war. Früher wurde die Holzschneidekunst, einzelne u»d seltene Fälle ausgenommen, aus- schließend nur zu Verzierungen in der Buchdruckerey (sogenannten Buch- bruckerstöcken) zu ordinären Abbildungen, z. B< in Zeitungen lc. ver- wendet. Den Anfang einer neuen Epoche dieser von den Alten mit Recht so sehr geschätzten Kunst machten große Lettern und Verzierungen für Anschlagzettel u. dgl., die man mit vieler Zierlichkeit aus Holz schnitt. Bald wurden durch Eb erh ard in Korneuburg, Carmighal und Cosandier in Wien Arbeiten geliefert, die allgemeinen Beyfall
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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