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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
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Hormayr, Ios. Frcyh. v. eingesendeter Abhandlungen, historisches Mitglied der Münchener Akade» mie. Iu der Folge widmete sich H. (einige lyrische, dramatische und kriegswisseiifch.'ftliche Kleinigkeiten abgerechnet) ausschließend und mit großem Beruf den geschichtliche» Quellenstudien und der historischen Kri- tik, welchen Fächern er fortan seine ganze Muße weihte und in welchen er die erfreulichsten Resultate lieferte. Nicht minder ging auch sein eifrig- stes Streben dahin, für die Verherrlichung und würdige Bewahrung wichtiger vaterländischer Begebenheiten und Großthaten durch'redende und bildende Kunst zu wirken. Von Letzterer zeugten seit 1817 Wien's Kunstausstellungen die vielen, durch seine Anregung entstandenen histori- schen Gemälde seiner Freunde K raff t , Petter, Ruß, Perger, Führich, Scheffer, Schnorr«., von Ersterer der Reichthum sei- ner historischen Taschenbücher (zugleich als Porträlssammlung gefeyerter Männer des Vaterlandes verdienstlich) und seines Archives an vaterlän- dischen Balladen, Romanzen und Legenden, da noch 1805 außer Schil- l e r's Ballade: Der Graf von Habeburg, kaum etwas Nennenswertyes in diesem Fache bekannt war. Mit I. Nov. 1828 trat H. auf-den wie- derholten Ruf des Königs Ludwig von Bayern als geheimer Rath und Referent im Ministerium des Äußern und des königl. Hauses in des- sen Dienste. Im Fcbr. 183l) kam er in das Ministerium des Innern, bewirkte dort die Regeneration des Alichivwesens, die Erhaltung der ge- schichtlichen Überreste und altertümlichen Kunstwerke, die Gründung hi- storischer Vereine in allen Kreisen des Königreichs, so wie als Akademi» ker die Regeneration der durch geraume Zeit gesunkenen^VIonuinenta Iiuica, und die Fortsetzung der Regesten, die mit 13W endigen, durch die merkwürdige Epoche Kaiser Ludwig's des Bayern. Jeder Gedächt- nißfeyer der Akademie widmete er eine Gedächtniß:edc, deren Kern aber in weitläufigen Noten bestand, so daß jede eine eigene Abhandlung über die wichtigsten Controversen und Momente der bayerischen Geschichten bil- dete: 1839 über die IVlunumenla boica, 1831 Herzog Luitpold, 1832 die Bayern im Morgenlande. — Ende März 1832 wurde er als königl. bayer. Ministerresidem an den lönigl. großbritanisch-hannöver- schen Hof ernannt, und wirkt zu H an n o v er auf das entsprechendste unter Ander» für den Absatz bayerischer Producte in das Ausland. — Als historischer Schriftsteller sind die Verdienste H.'s, besonders wo er aus Quellen schöpfte, ausgezeichnet und unbestritten. Sein Feuer, seine lebendi'ge Phantasie und kraftvolle Darsiellungögabe, sein glänzender, oft freylich in orientalischen Schwulst ausartender Styl, sein fest im Gesichtbpuncte gehaltener Zweck einer beständigen und innigen Vermäh- lung der Historie mit der Kunst, die ja eben so alt und ehrwürdig ist, als jene —, einxr eigentlichen Poetisirung und Nationalisirung der Va- te>,'landsqeschichte, sichern der Mehrzahl seiner Schriften unvergänglichen Werih, und lassen leicht die wenigen Schattenseiten derselben vergessen, worunter vorzüglich eine vorherrschende Sucht ;u parallelisiren und da- durch häusiges Abspringen zu weit entfernten Zeiträumen, ja seilst in spätere als jene ter erzählten Begebenheiten gehören möchte. H.'s Grund- wesen ist Genie, unterstützt von einem anßerovdentliä) treuen Gedächt- niß, und einer beyspiellose» Leichtigkeit und Ausdauer im Arbeiten. Sei-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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