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Hormayr's vaterländ. Taschenbücher. — Horn, I. PH.
ner Hofgartens, München 1829, erlebten in wenig Monathen 2 Aus-
lagen. Die Bändezahl von H.'s Schriften reicht über 100. — Von sei-
nen kleineren historischen und statistischen Arbeiten enthalten das Vorzüg-
lichste die Wiener Jahrbücher der Literatur, an denen er seit ihrem Ent-
stehen 1819 eifrigen Antheil nahm, so wie 1808—10 die vaterländischen
Blätter; 1828—30, das In- und Ausland (durch Cotta gegründet). —
1808 inmitten der Vorbereitungen zu jenem unvergeßlichen Kampfe des
Unglücks und Ruhmes, wo sein Freund He in r.v.Co l l in die Landwehr-
lieder dichtete, und H. den österr. Plutarch schrieb, übersetzte und ver-
breitete er auch die berühmte Schrift von Cevallos, die wichtigsten
Actenstücke über die Befreyung Spaniens und Portugals, über die Be-
raubung und Oefangennehmung Pius's VI I . , endlich (in Bezug auf
das, was in Tyrol sich vorbereitete), den Vendeekrieg mit zeitgemäßen
Anmerkungen. Zu beklagen ist, daß H. seine verheißene Geschichte der
Babenberger nicht auszuarbeiten scheint; zu diesem Werke ist nur er der
Mann. Auch sein Maximi l ian I. und Carl V. werden noch aus
seiner trefflichen Feder in gediegenen Bildern erwartet.
Hormayr's vaterländische Taschenbücher. Die ersteReihen-
folge derselben, unter dem Titel: Taschenbuch für die vaterlän-
dische Geschichte, vom Freyt), v. Horm ayr anonym herausgege-
ben, erschien 1811--—14 inWie n. Diese 4 Jahrgänge enthalten viel Treff-
liches, besonders in urkundlicher Hinsicht, sprachen aber, wohl eben deß-
halb , das größere gemischte Publicum nicht sehr an. Um so mehr aber
war dieß beyHormay r's neuem Taschenbuche der Fall, bey dem er sich mit
Aloys Freyh. v. Mednyansky verband. Die vielen bedeutsamen und in-
teressanten Rubriken desselben, so wie die wirklich gelungene Behand-
lung derselben fanden verdiente Anerkennung. Es erschienen davon unun-
terbrochen lOIahrgänge von 1820 —29, inWien. Derzweyte ist bereits
selten; sehr selten aber der erste. —, Von 1830 an gab Freyh. v. Hor-
mayr zu München, l835 zu Brau »schweig eine neue Folge des
histor. Taschenbuchs heraus. Vergl. Hormayr.
Horn, niederosterr. Stadt im V. U. M. B., mit 4,900 Einw.,
in einem von Bergen umgebenen Kessel gelegen, besitzt 3 Kirchen, ein
Piaristen-Collegium mit Gymnasium und ein Bürgerspital. Sehens-
werth ist die alte reich dotirte Pfarrkirche zu St . Stephan außer der
Stadt. Das Schloß des Grafen Hoyos liegt am südöstlichen Ende, mit
einem Parke.
Horn, Ioh. Phil., Dr. der Medicin, Chirurgie und Geburtshülfe,
ord. öffentl. Professor der theoretischen Geburtshülfe an der Universität
zu Wien , ist geboren zu Hadamar im Nassauischen den 25. März
1774. Seine ersten Studien der Heilkunde, zu welcher er von frühester
Jugend große Neigung hatte, absolvirte H. auf der Universität zu
Bonn mit vieler Auszeichnung, bey Auflösung derselben 1799 trat er
als Feld-Unterarzt in taiserl. österr. Diensie und zeigte so thätige Ver-
wendung, daß er bald zu oberärztlichen Diensten gebraucht und schon 1802
als Supernumerär-Feldarzt angestellt wurde. Bald darauf wurde H. in
das Garnisonsspital zu Trieft übersetzt, wo er durch mehrere glückliche
Curen auch viele Patienten aus dem Bürgerstande zu behandeln bekam,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie