Seite - 651 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Bild der Seite - 651 -
Text der Seite - 651 -
Horzowiy. — Hoser.
ben, 12 Jahre alt, nach Wien, wo derselbe gleichzeitigen Unterricht
auf der Violine und dem Pianoforte genosi. Mosch eles, den er 2
Jahre nach seiner Ankunft kennen lernte, bestimmte ihn, sich dem Clavier
zu widmen und munterte ihn fortgesetzt zum Spiele, wie zur Composi»
lion auf, indem er ihm unentgeltlich höhere Anweisung gab und überhaupt
nach Kräften nützte. Durch diesen Künstler machte der junge H. manche inte-
ressante Bekanntschaften, die auf seine Zukunft günstig einwirkten, während
das geniale Spiel des damahls schon gefeyerten Mosch el es ein Sporn zur
Selbststandigteit für ihn blieb. In jener Zeit studirte H. die Generalbaß«
und Harmonie-Lehre von Em anue lAloysForster, die seinen Kräften
eine bestimmte Richtung vorzeichnete und ihren freyen Gebrauch beschleunig-
te. 1819 gab H. sein erstes Concert in Wien; worin er ein, von ihm
componirtes Rondo mit großem Beyfalle spielte und begann seine erste
Messe in Hs-dur, die 1820 und 1821 aufgeführt wurde und all«
gemeine Anerkennung erlangte, so daß sie bey Diab el l i in der Samm-
lung classischer Kirchenmusik aufgenommen ward. Von da an compo«
nirte H. mit mehr Liebe u»d Vertrauen zu sich selbst. Er gewann sich
viele Freunde, unter denen Graf Stephan Batthyany sich als
sein Gönner auf jede Weise auszeichnete. Von seinen Compositionen
zwischen 1822—34 hatten sich folgende sehr beyfälliger Aufnahme zu er-
freyen: Für das Pianoforte: L,un2o sentimental.— Hanäonan^roi«.
— Polonaise in ^ a 4 inains. — Variation» in ^5 a 4 mainz. —
Variationen über 3 Thematezu4Hande. —Concert in F-dur. — Für
die Singstimme: Mehrere Liedervon Ritter B raun von Braunthal .
— Für das Orchestern Musik zu den Stücken: Der Müller und sein
Kind, von Raupach. — Des Meeres und der Liebe Wellen, von Gr i l l -
v a rzer (beyde fürs Hofburgtheater). Seitdem spielte H. 1831 wieder
in einem eigenen Concerte und vollendete seine zweyte Messe, die bey der
Production vielen Beyfall erhielt und manche originelle und großartige
Stellen enthält, durch die sie seine erste noch übertrifft. H.'s Spiel,
ganz homogen mit dem Charakter seiner Compositionen, ist ebenfalls so
schmelzend als ausdrucksvoll, und verfehlt da. um eines tiefen Eindru-
ckei auf die Gemüther nie. Sein freyer Vortrag (sogenanntes Pyanta-
siren) ist jedesmahl reich an lieblichen und neue» Ideen und Wendungen
und von edlem Geschmacke, unterstützt durch strenge Correctheit.
HorzowitZ, böhm. Stadt im Berauner Kreise mit 2,300 Einw.,
Schloß, Pfarre, Franciscanerkloster, 4 Hochöfen, 1l) Stab-, 2
Zainhämmern, Blechhütte und Eisenlöffelfabnk.
Hoser, Ios. Carl Eduard, Doctor der Medicin, Magister
der Geburtshülfe, Hofcath und pensionirter Leibarzt des Erzherzogs
Car l , ist den 30. Ikny 1770 zuPlosch kowitz im Leitmeritzer Kreise
Böhmens geboren. Er studirte zu Prag und war daselbst ausübender Arzt.
1305 ward erHofrath undLeibarzt des Erzherzogs Carl und privatisirt jetzt
in Wien. Die vorzüglichsten seiner durchaus werthvollen Schriften sind:
Beschreibung von Carlsbad, Prag 179?. — Beschreibung von Fran-
zensbrunn, eb. 1798 (anonym). —- Naturschönheiten und Kunstanla-
gen der Stadt Baden in Niederösterreich, mit 6 Kupf. Wien 1802. —
Das Riesengebirge, statist., topograph., pittoresk dargestellt, mit Kupf.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie