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658 Hucbcr, Ios. — sucbcr, Philibcrt.
vollste belohot. Schon 1771 verlieh ihm Mar i a Th eresia dieSiegel-
mäßigkeit und ein eigenes Wapen; 1772 erhielt er die goldene Verdienst.
Medaille; zugleich wurde ihm ein lebenslänglicher Onadengehalt von jähr-
lichen 200 Gulden bey der landesfürstlichen Hauptcasse zu Inns-
bruck angewiesen. Endlich wurde auch sein Bild neben jenem Anich's
im physikalischen Cabineie zu Innsbruck aufgestellt. Die tyrolischen
Stände ließen ihm 1775 ebenfalls ein Geschenk von 100 Gulden zustellen.
' 1772—74 vermaß H. dieProvinzVo r ar lberg mitHülfeseines Schü-
lers und Gehülfen Anton Kirch ebner, die Charte wurde aber erst
«783, ebenfalls von Mansfeld, gestochen. H. erhielt nun auch den
Auftrag zur Vermessung und Mappirung der osierr. Landvogtey Ober-
und Niederschwaben; im Frühling 1778 verfiel er jedoch in eine langan-
haltende Unpäßlichkeit, und fühlend, daß er die Beschwerden der Land-
vermessung nicht mehr auszuhalten im Stande war, einschlug er sich der-
selben gänzlich und übeviieß die Fortsetzung dieses Geschäftes seinem
Schüler Kirch ebner , der schon vollkommen fähig geworden war,
H.'s Unternehmen fovtzusel'-cn. Dieser aber verfertigte 1780 noch eine
lle'ine, durch Genauigkeit ausgezeichnete Charte von Tyrol. 1789 wurde
er dem kaiserl. Commissär, Freyherrn von M o l l , bey Gelegenheit einer
Gränzbcrichngung zwischen Tyrot und der Grafschaft Werdenfels als Feld-
messer beygegeben, 1792 vermaß und mappine er noch die gräfi. Wol-
kenstein'schen Güter im Vorarlbevgischen; seit dieser Zeit widmete er
sich aber bloß der Landwirthschaft. 1805 verkaufte H. sein Bauerngut
zu Ober-Per fus und kaufte dafür ein anderes größeres zu Tab lan-
den bey dem Dorfe Inz in g, wo er auch den 4. Apr. 1814 in emem
Alter von bald 80 Jahren starb. Auf dem Kirchhofe zu Inz ing wurde
ihm ein marmorner Leichenstein mit passender Inschrift gesetzt.
Hueber, Ios., geb. zu Imst in Tyrol 1730. Da er einen beson-
dern Hang zur Malerey hane, lernte er zuerst bey dem MalerWib ber
zu Im st, dann kam er nach Salzburg zu Zanusi,. wo er gut ge-
halten :vard. Nach einigen Jahren ging er auf Reisen, litt aber Schiff-
bruch, und kam auf eine Sandbank, wo er endlich von einem vorbeyse-
aelnden Schisse aufgenommen und in Italien cmsgeselöt wurde. Er kam
nach Rom, litt dort große Noth, bis er von einer Dame, welche ihn
zeichnend in einer Kirche antraf, unterstützt wurde. Aber nach einem Jahre
verließ er auf Anrathen des Arztes Rom, und kam mit einem Schatze
von Zeichnungen über Salzburg nach Prag, wo er, wegen seiner
Kunst und seines gute» Betragens beliebt, sich häuslich niederließ. Für
eine Klosterkirche malte er 2 Altarblätter. Endlich kehrte er nach Im st
zurück, und starb 1772.
Hueber, phil ibert, Archivar zu Me l k, geboren zu Wien den
29. Nov. 1662. Er trat in den Benedictiner-Orden zu Mel k, und legte
den 25. December 1681 das Gelübde ab. 1683 wurde er, als die Tür-
ken Wien belagerten, von seinem Abte mit 11 Mitgliedern nach Linz
geschickt, wo er während der Belagerung verweilte. 1684 widmete er
sich im Stifte dem Studium der Philosophie, unter dem wackern
Schramb, mit solchem Nullen, daß er das Jahr darauf eine offen tli ck
Disputation hielt: dann dcr scholastischen Theologie ü»ter den Pro flsso
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie