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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
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H ü b n e r. bewundert, daß ihn Kaiser Rud o l pH I I . nach Prag berief, wo H. für denselben ein Buch von kriechenden, eines von vierfüßigen, eines wiedervon stiegenden, und eines von schwimmenden Thieren malte, und für ein je" des Buch 1000 Goldkronen erhielt. Durch diese wahrhaft kaiserliche Beloh- nung wurde H. in solchen Enthusiasmus für den großmüthigen Kaiser versetzt, daß er den Wunsch äußerte, in kaiserliche Dienste treten zu dür« fen. Kaiser Rudolph, der schon mehrere große Künstler an seinem Hofe hatte, nahm ihn ohne Bedenken auf und wies ihm einen reichlichen Ge- halt an. Er schrieb für den Herzog Ferdinand von Innsbruck ein Meßbuch, an welchem er ganze 8 Jahre arbeitete, mit so vrächtigen Mi» niaturgemälden ausgeziert, daß ihm derselbe gleich 200 Goldkronen reichte und ihm eine jährliche Pension von 400 Gulden zusicherte. H. hin- terließ 2 Söhne, Jacob und Johann, die ebenfalls die Malerknnst trieben. Der berühmte Geograph Abraham Ortel ius war sein ver- trautester Freund. Er starb 1600 zu Prag. Seine Gemälde befinden sich größten theils in Innsbruck, München und Prag. Hübner, L,orenz, geistlicher Rath zu München, Mitglied der königl. bayerischen Akademie der Wissenschaften, Schriftsteller über Topographie und Statistik des Salzburgischen Gebiethes, wurde zu D o- nauworth den 2. Aug. 1753 geboren. Seine Studien begann er zu Amberg und er wurde 1768 in den Orden der Jesuiten aufgenommen, in welchem er bis zu dessen Aufhebung blieb. ,Nach derselben studirte H. die Rechte, dann die theologlschen Wissenschaften, in welchen er den Doctor- grad erhielt und ordinirt wurde. 1775 wurde ihm die Lehrkanzel der fran- zösischen und italienischen Sprache, so wie der Realschule zu Burg hau- sen zu Theil, nach Jahresfrist erhielt er jene der Rhetorik und trug zu- gleich philosophische Moral vor. 1779 begann H< die Münchener Zeitung zu verfassen und zu verbessern, er gab dieses Geschäft jedoch nach man- chen Unannehmlichkeiten in einigen Jahren wieder auf und begab sich an den Hof des Erzbischofs und Fürsten Hi er on ymus(Collored o)von Salzburg, wo er den Selbstverlag der politischen wie der literarischen Zeitungen übernahm, die durch ihn bald großePopularität und Berühmt- heit erwarben. 1799, als Mar im i l i an I oseph die bayerische Chur- würde erlangte und sich als großer Beschützer der Literatur zeigte, ging H. wieder nach München, wo er zum geistlichen Rathe ernannt wurde undseineTalente einenausgebreitetenWirkungskreis erlangten. Erredigirte nun auch hier sowohl die politischen als literarischen Zeitblätter und stifte- te ei» eigenes bayer. Wochenblatt gediegenen Inhaltes.H. starb zu Mün- chen 1807. Zu seinen Schriften gehören: Salzburger Musenalmanach, 1787, 1788. — Geschichte verschiedener hiesiger Baumwollenarten :c. > Salzb. 1788. — Beschreibung der Stadt Salzburg und ihrer Gegen- den, verbunden mit der ältesten Geschichte, 2 Bde. eb. 1792—93. —Be- schreibung der Stadt Salzburg und ihrer Gegenden, vorzüglich für Aus- länder und Reisende, eb. 1794. — Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg in Hinsicht auf Topographie und Sta- tistik, 3 Bde. eb. l796. — Reise durch das Erzstift Salzburg zum Un- terricht und Vergnügen, nebst.Stundenzeiger und Straßencharte, eb.
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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