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HumanitätS'Anstalten. — Hummel. 665
Humanitäts-Anstalten, s. Arbeits- und Besserungs-An-
stalt, Armen-Institut, ^88ic?ui'27,ioni ^ener»Ii ^uztro-I
lioke, s
$ugenkrankcn - Institut, Ausstattungsstiftungen,
Blindcn-Institute, Brandverslcherungs - Anstalten, Civil-
pensions- und versorgungs-Institute, F-indel Häuser, Frauen-
vereine, Gesellschaft adeliger Frauen, Görgen's Heilanstalt
für Gemüthskranke, Krankenhäuser, Sparcasse, Strafhau-
ser, Taubstummen-Institute, versorgungs-Anstalten, Wai-
senhäuser :e.
Hummel, Ioh. Nep., großherzoglich-Sachsen-WeimarscherCa»
pellmeister, einer der berühmtesten Claviervirtuosen und rühmlich bekann-
ter Componist besonders für dieses Instrument, Ritter des Weimar-
schen Falkenordens, ist geboren zu Preßburg in Ungarn den 14. Nov.
1773. SeinVater I o h. H., war Musikmeister anderdas. Militarstiftung
und ertheilte ihm den ersten Unterricht in der Musik. Schon frühe zeigte
sich unverkennbares Talent bey dem jungen H.; in einem Alter von 5 Jah-
ren sang er bey Kirchenmusiken mit und wurde Vorspieler auf der Vio,
line bey den übrigen Zöglingen. Nach Aufhebung dieser Stiftung 1785
erhielt H.^ s Vater die Stelle eines Orchester-Directors bey dem neu er«
richteten Schi kan ed er'schen Theater im Sta rhemb erg'schen Frey-
hause zu Wien. Hier hatte H. dasOlück durch ein ganzes Jahr den Unter-
richt Mo zart's zu genießen, welcher, trotz seiner bekannten Abneigung vor
allem Unterricht geben, den talentvollen Knaben so lieb gewann, daß er
ihn während der Unterrichtszeit ganz zu sich ins Haus nahm. 1783 machte
H. mit seinem Vater eine Kunstreise durch ganz Deutschland, Däne-
mark, Schottland, England und Holland, überall wurde der junge
Künstler mit großem Beyfalle aufgenommen, denn außer seinem unsterb-
lichen Meister war noch Niemand in diesem Alter zu solcher Meisterschaft
gelangt. In Schottland gab H. seine erste Composition: Variationen
fürs Pianoforte, im Drucke heraus. Nach einer Abwesenheit von 6 Jah-
ren kehrte H. nachW i en zurück, studirte hier die Composition wissen-
schaftlich unter dem großen Theoretiker Albrech tsb erger und hierauf
unter Sal ier i , (gleichzeitig mit Ios. Weigl und Süßmayr), die
Compositionslehre in ästhetischer und dramatischer Hinsicht. 1807 trat H.
als Capellmeister in die Dienste des kunstsinnigen Fürsten Nic. Eszter-
hazy und schrieb mehrere werthvolle Messen und andere Kirchenstücke,
da der Fürst diese Art Musik besonders liebte. Als Fürst Eszterhäzy
späterhin die Oberleitung des kaiserl. Hofoperntheaters übernahm, ver»
suchte sich H. auch mit Glück im theatralischen Fache, auch componirte
er zu dieser Zeit seine Menuetten und Tänze für den neuerrichteten Apollo-
saal, welche noch immer unbestrittenen Werth haben. 1311 verließ H.di«
Dienste des Fürsten, lebte einige Jahre im Prioatstande zu Wien und
gab Unterricht im Fortepianospielen, wobey er eine bedeutende Anzahl
Clavier-Virtuosen beyderley Geschlechts bildete. Nebenbey unternahm
er von Zeit zu Zeit kleine Kunstausssüge und wurde allenthalben, sowohl
seiner großen Kunstfertigkeit, als auch besonders seines Gedanlenreich-
tkums und kunstvollen Verwebung der Melodien bey den sogenannten
freyen Phantasien, mit Enthusiasmus aufgenommen. Im Oct. 18IH
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie