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H u n c z o v s k y .
wurdeH. als Capellmelster in königl. würtembergischen Diensten angestellt.
182l) nat er in derselben Eigenschaft in großherzoglich Weimarische. 1822
machte er eine Kunstreise nach Rußland, 1823 durch Holland und Bel-
gien, 1825 war er in Paris, 182? in Wien und erntete allenthalben
> ungemeiuen Beyfall. Seit dieser Zeit lebt H. in Weimar und ver-
faßt nebst Compositionen auch sehr schätzbare theoretische Werke über Musik.
1839 machte H. wieder eine Reise nach England, die er im folgenden
Jahre wiederholte, sich daselbst mit großem Beyfalls hören ließ und
auch mehrere Compositiouen schrieb. 1833 ging er neuerdings dahin, ei-
nem Rufe folgend, die Leitung der deutschen Oper in London zu über-
nehmen. 1834 besuchte er nach längerer Abwesenheit wieder einmahl
Wien, den Ort, von welchem sein Ruhm zuerst ausaegangen, und gab
daselbst wieder 3 Concerte, die jedoch, vielleicht der Überfülle von Con-
certen in unserer Zeit wegen, nicht so zahlreich als sonst besucht wur-
den. Die wichtigsten seinersehrzahlreichen Compositionen sind : 1)O pern
und Bal lere: Helene und Paris (Ball,). — I^e tableau anime (Ball.).
— Der Zauberring (Pautom.). — Sappho (Ball.). — Die Rückfahrt
des Kaisers (Oper). — Machilde von Guise (Oper).—^Kirchenmu-
sik: 3 Messen, sammt mehreren Gradualen, Offertorien lc. — 3) Conce r-
tanteStücke: 2Septette, eines ulainilitaire, 1 Quintett, 3 Quar-
tette, 7 Trio's, 7 Concerte für das Fortepiano mit Orchesterbegleitung,
worunter jene in^in«!! , I^-dur, H-mc>lI und^5-ciui-die ausgezeich-
netsten, dann mehrere Notturni, Phantasien, Potpourri's, Serena-
den :c. — 4)Pian ofo rtemusik: 14Sonaten mit und ohne Begleitung,
mehrere Capriccios, Rondos, Variationen :c. Außerdem componirteH.
eine grosi? Anzahl von Liedern, Fugen, Romanzen, Gelegenheitssiücken
und verschiedene Gattungen von Tanzmusik, worunter sich besonders die
obenerwähnten Tänze für den Apollosaal inWien auszeichnen. Im theoret.
Fache ist seine, I83l) inWien erschienene, mit größter Eleganz ausgestat-
tete große Clavierschule durch die gründliche Anweisung und die außerordent>
liche Menge von Beyspielen und Übungen als einzig in ihrer Art be-
rühmt.
Hunczovsky, Jod. Nep., k. k. Rath, Dr. und Professor der
Chirurgie, auch Vicedirector an der medicinisch-chirurgischen Iosephsaka»
demie zu Wien, kaiserl. Leibchirurg, war geboren den 15. May 1752
zu Czect) in Mähren, Sohn eines Chirurgen daselbst; erhielt in O l-
mütz seine wissenschaftliche Bildung, wo er die Humaniora uud Philoso-
phie studirte. 177 l ging er nach Wien. Als er die Chirurgie ordentlich
studirt hatte, assiffirte H. dem Professor Steidele und sodann dem
Dr. Brambi l la ander chirurgisch»practischen Schule des spanischen
Spitals. 1777 sandte ihn Kaiser IosephII . auf Empfehlung B r a m-
billa's auf Reisen. H. besuchte Paris, wo er2Jahre, und London,
wo er 13 Monathe verweilte und seine Kenntliisse ungemein bereicherte.
In letzterer Stadt war er auch so glücklich, vor Gericht durch über-
zeugende Beredsamkeit die Unschuld einer als Kindesmörderinn Angeklag-
ten aufs klarste ans Licht zustellen und soihrLeben zu retten. 1780qmg
er wilder nach Frankreich und am Ende desselben Jahres n^ ch Wien
zurück, wo er sogleich als öffentlicher Professorder Zergiiederungstilnde,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie