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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 667 -
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Hunyad. — Husar. «6? Pathologie und Therapie an der mebicinifch-chirurgischen Schule (da- mahls in Gump end orf befindlich) angestellt wurde. 1791 machte H. im Gefolge des Kaisers Leopold I I . eine Reise durch ganz Italien und wurde nach semer Zurückkunft bey demselben als kaissrl. Leibchirurg an» gestellt. Er stard allgemein beklagt zu Wien am 4. Apr. 1793 an den Folgen einer unglücklichen Fingeroerletzuug, die er sich bey einer chirur- gischen Operation zugezogen hatte. H. war einer der gelehrtesten und ge» schicktesten Wundärzte. Er hinterließ kostbare Sammlungen von selbst verfertigten Präparaten / von Büchern, Gemälden, Kupferstichen und Minerallen.Folgende seiner Werke kamen imDrucke heraus: Medicinisch» chirurgische Beobachtungen auf meinen Reisen durch Frankreich und Eng« land, Wien 1733.—»Anweisung zu chirurgischen Operationen, eb. 1785. 3. Aufl. eb.'1?94. Auch gab H. mit I. A. Schmidt, die Bibliothek der neuesten medicinisch-chirurgischen Literatur 1799—91 heraus. Hunyad, Iol) . , der berühmte ungarische Statthalter und Va- ter des Königs M a th. Corvinus (s. d.), war in Siebenburgen um 1400 aus edlem Stamme geboren. Als Jüngling kämpfte er unter den Fahnen des Ungarkönigs Wl aoislaus in Italien, welcher ihn bald darauf zum Feldherrn und Woywoden von Siebenbürgen ernannte. 1442 und 1443 schlug er die Türken mehrere Mahle, zwang sie, die Belagerung von Belgrad aufzugeben und bewies vielen Heldenmuth in der unglücklichen Schlacht bey Varn a, in welcher König Wladislaus siel. Nun wurde H. die Statthalterschaft des Königreiches Ungarn übertragen. Er be- kämpfte 1446— 55 mehrere Mahle muthig die Türken mit ungleichem Erfolge. Ganz besonders aber zeichnete er sich 1456 durch die heldenmü« thige Vertheidigung der Festung Belgrad gegen Mahomet I I . aus, wo er, mit nur wenigen seiner Getreuen, einen Einfall in das feindliche Lager unternahm und dadurch die Türken zum Rückzug nöthigte. 1556 ward H., dessen Gesundheit durch die vielen Kriegsbeschwerden geschwächt war, vom Lagersieber ergriffen und starb noch im Frühling desselben Jahres zu Semlin. Hunyader Gespanschaft im Lande der Ungarn in Siebenbürgen an der Maros. Ihr Territorium umfaßt 77 geographische Q. M. und die Einwohnerzahl wird auf 96,809 Individuen gerechnec. Das Haupt- gebirg ist der Retyvat; Flüsse sind: Maros, Czerna, Schyl, Strell. Das Clima ist rauh. Der Boden ist allen möglichen Früchten zuträg- lich; der Mais kommt nirgends im Lande besser fort. Dieses Comitat hat viele, auch zum Theilsehr gute Weine, und obgleich das Vieh klein und niedrig bleibt, so ist es doch stark und schwer. In den Gebirgsort- schaften ist aber wenig, oder gar kein Wein, dagegen mehr und bessere Viehzucht. Die Einwohner sind durchaus Walachen; denn die weni- gen Ungarn uud Bulgaren verdienen beynahe nicht in Rechnung ge- bracht zu werden. Husar (Huszar, Hussar), ursprünglich ein leichter ungar. Ca- vallerist. Die Angabe mehrerer Schriftsteller, als sey das Wort Huszar eine Zusammeusetzung des ungar. Zahlwortes nuz? (29) mit ar (Lohn, Löhnung) wird von Andern als unrichtig bestritten, welche es vielmehr aus dem Türkischen leiten wollen, indem unter den türkischen Hofbeam«
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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