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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 674 -
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V74 Hutfabrikation. —Hutt. zeigte in seinem ganzen Betragen viel Frömmigkeit und Gewifsenhaftig. keit. Man hat viele Schriften von ihm, von welchen wir nur fol- gende wichtige Sammlung von Briefen anführen: Lpistulae auaedani )oli»nn>5 Nu55, <^uae sulae satis declai-ant etc. ^ddita est Docl. I^Iar- tini I^utneri praelatio, Wittenberg 1537. Hutfabrikation. Dieser wichtige Erwevbszweig hat im österr. Kaiserstaate in Rücksicht der Eleganz und Vollkommenheit der Erzeug« nifse in neuerer Zeit bedeutend zugenommen, die Ertheilung der vielen Privilegien in diesem Industriezweige sind ein hinreichender Beweis von dem allgemeinen Streben, die Hutmacherey zu verbessern, neue Ersin» düngen zu machen oder die des Auslandes einzuführen. Man beschränkte sich auch nicht auf die seit langer Zeit einzig uud allein benutzten Filzstof« fe aus Thieren, sondern fabrizirce seit dem Beginne dieses ersindungs» reichen Iahrhundertes Hüte aus Leder, Pergament, aus gewebten Stof« fen, worunter die mit Seidenfeloer überzogenen, sogenannten Mailän« derSeidenhüteihrerEleg anz undWohlfeilheitwegen die grösiteAusbreitung gewannen, endlich auch ans Fischbein, Holz und andern Gestechten, welche allerdings in Rücksicht der Dauer bedeutenden Vorzug verdienen, jedoch hinsichtlich der Eleganz ziemlich hinter ihren altern Brüdern zurück» bleiben. 18 l5 entstanden im Inlande die sogenannten wasserdichten Hüte als eine seh? bedeutende Verbesserung; das erste Privilegium auf dieses Fabrikat erhielt die Fabrik des P et. A nt. Girzickin W i e n, seit die,» ser Zeit fanden unzählige Verbesserungen dieser Art Erzeugnisse Statt, vielleicht aber bleiben demungeachtet noch mehrere derselben, besonders nicksichtlich der Form, wünschenswert!). Obschon die H. im ganzen Umkreise der Monarchie verbreitet ist, so ist doch d«r Hauptsitz der« selben in Wien, wo alle Gattungen Hüte aus verschiedenen Stof» fen verfertig! und auch Sendungen in die Provinzen und selbst (beson- ders mit S,'idenhüteu) nach Deutschland gemacht werden. Prag scheint zunächst den Rang zu behaupten, auch in der Lombardie werden viele Hüte fabrizirt. Die Filzhüte, obschon noch immer die geeignetsten und besten dieser Art, nahmen in letzterer Zeit in Ansehung der Menge be« deutend ab, wogegen die Seidenhüte ihrer Wohlfeilheit wegen in bessere Aufnahme kamen. Franz I os. Wern er und sein Bruder Sebastian zeichnen sich in Wien durch vorzügliche Waaren aus. Stuchly (aus Prag) liefert daselbst sehr wohlfeile Waaren. S. auch Strohhüte. Hutt, Jot)., einer der begabtesten, den Musen leider allzufrüh entrissener Lustspieldichter, war geboren zu Wien den 14. Oct. 1774 ;ev studirte daselbst und starb als Kanzellist bey der Wiener k. k. Polizey-Obe» direction den 23. Sept. 18N9. Seine mit lebhafter Anerkennung seltenen Dichierberufes aufgenommenen Stücke sind: Das war ich! —Der rechte Weg. — Hab' ich nicht recht? — Der Buchstabe. — Die Probe. — Die Wendungen. Sie erschienen zuerst 1805—12 in 2 Bändchen zu Wien, in einer 2. Auftage, eb. 1824. Nach seinem Tode fanden sich Entwürfe zu einigen andern Lustspielen vor, die sich aber als solche nicht für den Druck, wohl aber zur Benützung für andere Dichtn' eigneten, welche denn auch Statt gefunden.
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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