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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 377 -
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L e b z e l t e r n. 377 eine Anstellung als Hospitalsarzt zu Bre i te n fu r j in Niederösterreich, mit welcher nur jder Gehalt von 100 Thalern verbunden war. Indessen begann von hieraus L.'s Ruf sich auszubreiten, und schon im nächsten Jahre ward er nach Wien als Wundarzt am Bürgerspitale berufen. — 1761 erhielt L. die Lehrkanzel der Anatomie und theoretischen Wundarz- neykunde an der Wiener Universität, womit ein ansehnlicher Gehalt und der Titel eines k. k. Rathes verbunden war, 1736 vertauschte er damit den Vortrag über chirurgische Krankheits-Operations-Maschinen und Bandagenlehre, welchen er bis zu seinem Tode ununterbrochen mitAus- zeichnung versah, — Im Verlaufe seines Lehramtes würdigte ihn die Kaiserinn Mar ia Theresia des Auftrages, zum Behufe des neuen Criminalcodex eine Instruction zu verfassen, nach welcher bey per Be- schau crimineller Verletzungen, gewaltsamen Todes:c. vorgegangen wer- den solle. — 1776 ernannte ihn die Kaiserinn zu ihrem Leibarzt, und 2 Jahre später ward er in den erbländischen Adelstand erhoben, Vom Kai- ser Franz erhielt L, 1301 eine P?rsonalzulage von 500 Gulden. Die letzte Auszeichnung ward ihm 1305, wo dem würdigen 44 Jahre als Pro- fessor dienenden Veteranen von dem Monarchen die große goldene Me- daille mit der Kette verliehen wurde. Ungeachtet seines hohen Alters fuhr L. dennoch fort,, sich der leidenden Menschheit zu widmen, als ein Ner- venschlag am 14. Oct. 1303 seinem Wirken ein Ziel setzte. Von seinen Schriften sind zu nennen: kraelectiones anatom., Wien 1777. — Vor- lesungen über die Zergliederungskunst, eb. 1801, Lebzeltern, Ludw. , Graf v. , Ritter des österr. laiserl. Or- dens der eisernen Krone 1. Classe, und des konigl, ungar. St. Stephan- Ordens, Besitzer des goldenen Civil-Ehrenkreuzes, Ritter des russisch- kaiserl. St. Alexander Newsky-, des St. Annen-Ordens 1.-, des St. Wladimir - Ordens 3.-, und des kö'nigl. preuß. rothen Adler-Ordens 2. Classe, Großkreuz des lö'nigl. sardinischen St. Mauriz- und Lazarus-, und des großherzogl. toscanischen St. Joseph-, dann Ritter des kön. sicil. St. Ianuarius-, und Commandeur des königl. sicil. St. Ferdi- nand- und Verdienst-Ordens, k. k. wirkl. geh. Rath, außerordentl. Gesandter und bevollmächtigter Minister am Hofe zu N e a p e l , war geboren 1776 zu Lissabon, Sohn des österr. Gesandten in Por- tugal, Adam Freyh. v. L., welcher diesen Posten gegen 50 Jahre bekleidete. Zuerst arbeitete L. in der dortigen Gesandtschaftskanzley, und war 180l Secretär des österr. Bothschafters, Marquis v.Ghis i l ier i , dann des Grafen Eman. v. Khevenhüller in Rom, wo er sich schon zur Zeit der großen Säcularisation aufs thätigste und einsichtsvollste benahm. Besonders wirksam aber zeigten sich die großen Talente L.'s in den Jahren 1813—15, er hatte durch seine Denk- und Handlungs- weise das ganze Vertrauen und die Zuneigung des Kaisers A l ex a nd er gewonnen, und wirkte besonders bey der wichtigen Frage über die Verhältnisse der schweizerischen Eidgenossenschaft und Italiens einfluß- reich mit. In neuerer Zeit wurden L. mehrere wichtige Sendungen auf- getragen. Er war auch außerordentlicher Gesandter und bevollmächtig- ter Minister in Rußland, und erhielt endlich den Gesandtschaftsposten am sicilianischen Hofe, wo er, wie allenthalben, sowohl seines vor-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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