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380 L c d n i c z e. — L c g i s. '
lackirtes Leder, gefärbter Saffian lc. Auch andere Städte treiben mit
einigen Ledersorten Handel, soz.B. Grätz mit Sohlenleder nach Wien,
Polen, Ungarn und Italien, Trient mit Sohlenleder nach Italien
u. s. w. Die Ausfuhr nach fremden Staaten ist nicht sehr bedeutend,
während aus denselben noch bedeutende Quantitäten eingeführt werden.
Da die Leder-Einfuhr im Allgemeinen gegen einen mäßigen Zoll gestat-
tet ist, so werden nicht nur solche Ledergattungen, welche das Inland
nicht producirt, nähmlich Juchten aus Rußland, Maroquin aus Frank-
reich, England und Würtimberg, und roher ungefärbter Saffian aus
der Türkey eingeführt, sondern auch Ledersorten, welche wirklich gut im
Inlande bearbeitet werden, erscheinen in nicht unbedeutender Menge
unter den Einfuhrsartikeln. Hierunter sind vorzüglich schweizerisches und
würtembergisches Kalbleder, bayerisches Kuhleder, Coburger Blankleder,
sächsische gegerbte Schaffelle u. s. w. zu rechnen. Die Einfuhr des
guten russischen Juchten hat übrigens seit mehreren Jahren sehr abge-
nommen und es kommt nun beynahe nur Mittel - und ordinäre Waare
über die Gränze, überdieß wird die Erzeugung dieser Ledergattung seit
einiger Zeit nicht ohne Erfolg.in Brunn und St. Catharina in
Böhmen betrieben.
Lednicze, ungar. Marltftecken im Trencsiner Comitat, mit einem
auf einem hohen Felsen liegenden alten Schlosse, einer merkwürdigen
Thermolampe und einer Holzessig- und Bleyzuckerfabrik.
Leeb, Floridus, Propst des regulirten Chorherrnstiftes zu
Klosterneuburg, Dr. der Theologie, k. k. Rath, niederösterreichi-
scher Erbhofcaplan und niederö'sterr. ständischer Ausschußrath, war zu
Nikolsburg in Mahren am 8. May 1731 geboren; am 17. May
1749 in den Orden getreten, wurde er 1782 zu der Würde eines Prop-
stes in seinem Stifte erwählet. Die Bildung und der Unterricht der Iu«
gend war ein vorzüglicher Gegenstand seiner Aufmerksamkeit. Er mtter-
hielt eine von seinem Vorfahrer, Ambrosius Lorenz, errichtete
Hauptschule für die Jugend der Stadt Klosterneuburg, besoldete
Lehrer für dieselbe, belohnte den Fleiß der Schüler, und verlieh jährlich
mehreren Jünglingen, die sich für künftige Lehrerstellen auf dem Lande
in dieser Schule bildeten, Kost und Unterstützung. Dieser sehr geachtete
Prälat starb den 13. Aug. 1799 zu Klosterneu bürg.
Leesdorf, niederö'sterr. Dorf im V. U. W. W. bey Baden, in
ganz ebener Lage zwischen dem Aubach und Mühlbach, hat 780 Einw.,
die sich mit Feld - und Weinbau beschäftigen, und ist der Hauptort einer
dem Stifte Melk gehörigen Herrfchaft. Das herrschaftliche Schloß ist
mit starken Ringmauern und einem Wassergraben umgeben, und bey
der Meierey und Schaferey besteht ein großer und sehenswürdiger Garten
mit einer Baumschule von 700 der besten Obstarten. Die hier bestehende
Papiermühle soll die älteste in Österreich seyn.
Legis, Gustav Thormod (eigentlicher Nahme Aug. Ant.
Glückselig), Dr. der Philosophie, Mitglied der deutschen Gesell-
schaft zur Erforschung vaterländischer Sprache und Alterthümer in Leip-
zig, des Henneberg. :c.,
ist geboren zu Prag am 19. Iuny 1306. Nachdem er in seiner Vaterstadt
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie