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studin hatte, widmete er sich mitVorliebe den mathematischen llndKriegs-
wissenschaften, nahm dann Militärdienste und wurde bey der Abtheilung
des k. k. Generalquartiermeisterstabs in Böhmen verwendet. Die da-
mahligen ungünstigen Aussichten, verbunden mit einer durch lange An-
strengung erschöpften Gesundheit, bewogen ihn nach mehreren Jahren
dieser Laufbahn zu entsagen und sich vielmehr wissenschaftlichen Studien
zu widmen. 1826 trat Glückselig unter der Pseudonyme G.T. Leg is
zuerst als Schriftsteller auf, indem er in den Wiener Journalen von
Hormayr, Sch ickh und Bauerle kleinere Aufsätze publicitte. In
Folge seiner Bekanntschaft mit dem Pädagogarchen und Professor I. D.
Grater in Ulm verlegte sich L. auf die altnordische Literatur, und
wählte seit "1328 seinen Aufenthalt in Norddeutschland, vornehmlich in
Leipzig, wo er nach und nach folgende Schriften herausgab: Die
Götter Nordens, episches Gedicht in drey Büchern; aus dem Dänischen
des A. Oehlenschläqer übertragen und mit einem mytholog. Wörterbuche
versehen. Leipzig 1829. — Fundgruben des alten Nordens, I.Band:
Die Runen und ihre Denkmähler, nebst Beyträgen zur Kunde des Skal-
denthumes, mit 5 Schrifttaf. eb. 1829. 2. Bd<! Edda, die Stamm-
mutter der Poesie und der Weisheit des Nordens, übersetzt und com-
mentirt (unvollendet), eb. 1830. — Alkuna, nordische und nord-slavi-
sche Mythologie, mit 13 Kpfrn. :c. eb. 1831. 2., mit einem Eddci-
wörterbuche vermehrte Aufl. eb. 1835. — Handbuch der altdeutschen und
nordischen Götterlehre; für Vorlesungen und zum Selbstunterrichte, eb.
1831. 2. unveränd. Ausg. 1833. (Sein wichtigstes historisch-kritisches
Werk.) -<- Verschiedene antiquarische Abhandlungen in den Jahres-
berichten der deutschen Gesellschaft, eb. 1829-^32. Ferner zahlreiche
zerstreute Aufsatze und Recensionen, z.B. in den Wiener Jahrbüchern der
Literatur, den Berliner Jahrb. für wissenschaftliche Kritik, B e ck's Re-
pertorium der Literatur, im lit. Notizenblatt zur Abendzeitung u. s. w.
In der Vorrede zu der 2. Aufl. der Alkuna gibt L. auf eine interessante
Weise selbst Rechenschaft über seine bisherigen Leistungen in der altnord^
Literatur. Nach Prag zurückgekehrt, warf sich L. auf vaterländische,
besonders rechtshistorische Studien; er gab zuerst heraus: Topographi-
scher Grundriß der k. Hauptstadt Prag. Prag 1835; und ist jetzt unter
Andern mit einer Staatskunde des Königreichs Böhmen beschäftigt/ welche
Topographie, Ethnologie und Staatsrecht seines Vaterlandes enthalten
soll. — Sein Vater, Par tho l . Franz Glückselig, ist Lehrer der
deutschen Sprache an der k. k. Prager Musterhauptschule und der damit
verbundenen höheren Bildungsanstalt für Lehrer und Erzieher; geb. den
10. August 1780 zu Hlawatez in Böhmen; studirte zu Budweis
und P r a g , betrieb anfänglich Landwirthschaftskunde, dann untsr
Parzizek Pädagogik, wurde 1303 Stadtlehrer, und 16l1 k. k.Mu-
sterhauptschul-Lehrer zu Prag, in welcher Eigenschaft O. bereits seit
25 Jahren auf das thätigste wirkt und sich lterjenigen allgemeinen Ach-
tung erfreut, die sein Charakter und seine vielseitige Bildung einflößt.
Seine pädagogischen Verdienste sind eben so ausgezeichnet, wie seine
grammatischen Schriften: Deutsche Grammatik, wissenschaftlich bearbeitet.
Prag 1832. 2.verb.Aufi. eb. 1«3b. — Kleine Regellehre der deutschen
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie