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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 387 -
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L e h m a n n , F r a n z Caspar . 387 renkreuzes, Commandeur des königlichen ficilianischen St. Georg-Or- dens, Mitglied der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft, geboren in der schwäbischen Reichs-, jetzt großherzoglich-badischen Landstadt Gen- genbach am 6. Iän. 1769, vollendete die Grammatical- und Huma- nitätsstudien am dortigen Gymnasium, studirte Philosophie inS t ra ß- burg, und trat 1784 als Novizin das Benedictinerstift S t . B la - sien, studirte allda Theologie, widmete sich aber mit besonderem Eifer dem Studium der Geschichte nach dem Vorbilde der dortigen treff- lichen Männer Ussermann, Neugar t , Ke l le r , Eichhorn, Bus , deren Achtung er sich erfreute. Noch durch kein Gelübde geben- den, entschloß er sich 1739 den geistlichen Stand zu verlassen, studirte in Frey bürg die Rechtswissenschaften und wurde daselbst im April 1794 zum Doctor der Rechte befördert. Bey dieser Gelegenheit bearbeitete er als Inaugural-Abhandlung den 1795 zu Wien erschienenen ^Versuch einer Geschichte österr. Regenten" (eine jugendlich-leichte Arbeit). Der Gang der Kriegsereignisse überzeugte ihn, daß auch Freyburg von feindlicher Invasion nicht verschont bleiben könne; dieses bestimmte ihn im Herbste 1794 die Reise nach Wien anzutreten, und hier den Frieden abzuwarten. Zu Wien theilte er seine Zeit in reichshofräthliche und österr. Iustizpraris, in Besuch der Bibliotheken, später auch in Privat- lectionen, die er in mehreren adeligen Häusern ertheilte. Auf erfolgte Genehmigung des Studienconsesses trug er auf der Wiener Universität 1797—93, dann auch in der 1797 neu hergestellten Theresianischen Aka- demie für den damahls schon meistens kranklichen Professor deLuca Statistik und österr. Geschichte vor, setzte dabey seine reichshofräthliche Praxis bis May 1801 fort, um, falls seine Absichten auf eine Lehrkan- zel nicht erfüllt würden, zu einer vortheilhaften Anstellung bey einem deutschen Reichsstande die Fähigkeit zu erreichen und zu zeigen. Nachdem 1798 der Professor der allg. Geschichte an der Universität, Mumel ter , gestorben, wurde 3. noch im nähmlichen Monathe zum provisorischen Professor ernannt. Er bekleidete dieses Lehramt 1799, 1800 und 1801; im letztern Jahre versah er durch einige Monathe das Lehramt der deut- schen Reichsgeschichte für den erkrankten Professor Do l l in er im There- sianum. Auf einmahl änderte sich aber seine Bestimmung im May 1801. Ganz unerwartet erhielt er den Ruf als Hofconcipist in das Bureau des damahligen Hofkriegsraths-Präsidenten Erzherzogs Car l , welcher sein eifriges Bestreben stets gewürdiget hat, und auf dessen Vorschlag L. schon im Februar 1302 zum Hofsetretar, im Frühjahr 1807 zum Staatsraths-Secretar und am 4. Nov. des nähmlichen Jahres zum wirk- lichen Hofrath befördert wurde. Mit Eifer arbeitete er sogleich daran, eine neue Reserveanstalt und die für Osterreich wichtige Landwehran- stalt 1303 ins Leben zu rufen. In der Literatur erschien von 1795 an, lange sein Nahme nicht mehr; einige kurze Aufsätze von ihm in ver- schiedenen Zeitschriften waren anonym, so wie ein patriotischer Auf- ruf an Österreichs Völker 1809, und ein ähnlicher 18l3. Erst 1832 fand er sich veranlaßt, einen Aufsatz unter seinem Nahmen in das österr. Archiv für Geschichte ;c., über Rotteck's 7. Band der allgemeinen I *Z *
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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