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388 Leiben. — Leinensioffe.
Geschichte einzurücken; und neuerlich erschien sein Leitfaden der Geschichte
für die k. l. Cadettenschulen, Wien 1835.
Leiben, niederösterr. Marktflecken von 300 Einw. im V.O. M.B.,
in einem Thale am Weitenbache, Hauptort einer k. k. Patrimonial-
herrschaft. Das hiesige Schloß, auf der Stelle des alten, einst berüch-
tigten Raubschlosses erbaut, ist ein neues und im modernen Style auf
einem Felsen aufgeführtes Gebäude; dazu gehören 2 Schäfereyen.
Merkwürdig ist die herrschaftliche, 1792 errichtete Papiermanufactur,
welche 4 Holländer und 4 Bütten hat, 19 Arbeiter und 35 Taglöhner
beschäftigt, und jahrlich 10,000 Rief; verschiedener Papiergattungen im
Werthe von 34 — 35,000 Gulden C. M. erzeugt.
Leibgarden, s. Arcieren-, Trabanten, Ungarische adc-
ligc Leibgarde.
Leibiy, der älteste unter den 16 Zipser Kronflecren in Ungarn,
zählt 2,400 deutsche Einw., die eine gemischte katholisch-evangelische
Hauptschule unterhalten, Leinwand uud Tuch weben, und Tabak fa.
briciren. Hier ist ein kaltes Schwefelbad.
Lcibniy, steyermark. Marktflecken im Marburger Kreise, am
Sulmfiusse gelegen, mit 1,100 Einw., war ehemahls eine Stadt.
Eine kleine Strecke westlich von L. thront auf einem Berge das
Schloß Seckau oder Seckauberg (ehemahls L eibn itzschloß),
dem gewöhnlich in Grätz residirenden Bischof von Seckau gehörig.
Man sieht in diesem alten Schlosse, außer verschiedenen römischen Al-
terthümern, eine kleine Gemäldegallerie, eine geistliche Bibliothek:c.
Ein alter Thurm, der wegen seiner großen Glocke berühmt war, ist
seit 1315 zum Theil abgetragen. Ein anderes altes Gebäude auf dem
Seckauberge war das Stammschloß der Herren von Polheim.
Leibniyerfeld, eine Ebene, welche sich im Marburger Kreise
Steyermarks ausbreitet, und jn geschichtlicher Hinsicht nicht ohne In-
teresse ist, da hier 1529 ein türkisches Corps geschlagen wurde, noch
mehr aber wegen der vielen römischen Alterthümer, als Urnen, Helme,
Waffen, Hausgerathe und Münzen, welche unter den zahlreichen Hü-
geln dieser Ebene vergraben liegen, und zum Theil schon anS Tageslicht
gebracht sind. Entweder befand sich hier die Begrabnißstätte einer römi-
schen Colonie, oder das Ptolomaische Muroela stand auf dieser Ebene
bey Lei bnitz oder um S eck au oder bey Mureck.
Leihbibliotheken. Fast jede Provinzialhauptstadt hat eine Bü-
cherleihansialt. Das große Wien hat nur zwey L., nachdem die von
Binz auf Wal lishausser gekommene eingegangen. Die L> Wien's
sind die des Buchhändlers Carl Arm brüst er, der mit Umsicht die sc-
lideren Zweige der Literatur cultivirt, und jene des Antiquar-Buch-
händlers Ioh. Tauer, welcher viele Zeitschriften und Neuigkeiten hält.
Leincnstoffe, Fabrikation derselben und Handel. Die
Fabrikation von Leinenwaaren ist ein Hauptindustriezweig in den östen.
Staaten, am bedeutendsten aber wird sie in Böhmen, Mähren und
Schlesien betrieben; Österreich ob der Enns und Galizien liefern eben-
falls beträchtliche Quantitäten von Leinenstoffen. In Böhmen erstreclt
sich die Leincnweberey von der sächsischen Gränze bis zur Gränze ron
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie