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L e i t m e r i y e r R r e i s . — Lembe ry .
aus 571 Häusern mit 4,300 Einw. bestehend. Die dem heil. S tephan
geweihte Domkirche und dieAllerheiligenkirchesind die vorzüglichsten Got-
teshäuser der Stadt, die auch sonst ansehnliche Gebäude besitzt. Es hat
hier das Kreisamt für den Leitmeritzer Kreis und ein Bisthum nebst Dom-
stift seinen Sitz, und es bestehen hier ein Gymnasium, ein theologisches
Seminar, eine Hauptschule und Mädchenschule, eine nicht unbeträcht-
liche Strohhutmanufactur und eine Cichoriencaffehfabrik. Die Einwoh-
ner treiben Obst-, Getreide-und Weinbau, Fischfang und Handel mit
Naturerzeugnissen.
Leitmeritzer Rreis in Böhmen, gränzt mit dem Bunzlaue»
Kreise gegen Osten, mit dem Rakonitzer Kreise gegen Süden und gegen
Norden mit dem Königreiche Sachsen. Sein Areal beträgt 66-^ geogr.
Q. M., worauf 30 Städte, 13 Märkte und 954 Dörfer, mit 341,725
Einwohnern. — Ein großer Theil dieses Kreises ist hohes Gebirgsland,
aber auch ein Theil des böhmischen Mittelgebirges breitet sich weit in dem-
selben aus, und zwischen beyden, so wie in dem südöstlichen Theile des-
selben, befinden sich weite Thaler und Ebenen. Der größte Theil seines
Bodens gehört zu dem fruchtbarsten Böhmens.
Leitner, Cajetan Franz v., Rechnungsrath beyder standischen
Buchhaltung in Grätz, war geboren daselbst den 15. Sept. 1768,
studirte am Gymnasium und Lyceum daselbst und widmete sich nach vollen-
deten Studien den öffentlichen Geschäften. 1786 wurde L. als Accessist
bey der Staarsbuchhaltung angestellt, 1795 wurde er Rechnungsofficial
und 1805 Rechnungsrath bey der ständischen Buchhaltung und zeichnete
sich bey dieser Stelle durch die thätigste Verwendung aus. In seinen Mu-
ßestunden widmete er sich seinen Lieblingswissenschaften: Statistik, Came«
ralistik und Ökonomie. Er starb den 8. Dec. 1805. Im Drucke waren
von ihm erschienen: Reise von Grätz über Eisenerz nach Steyer, Wien
1796, eine in naturhistorisch - technologischerHinsichtsehr schätzenswerthe
Reisebeschreibung, dann mehrere Beyträge zu den Kinder man n'schen
Journalen, in die Graher Zeitung, deren Redaction L. eine Zeitlang
besorgte, dann auch einige Gelegenheitsschriften. — Sein zu Grätz
lebender Sohn C a rl O o t t fr . Ritter v. L. hat sich durch lyrisches Ta-
lent bemerkbar gemacht. Seine Gedichte erschienen zuGrätz 1825. Einige
lieferte auch die Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur :c.
Leitomisckl, böhm. Stadt im Chrudimer Kreise, an der Laucz-
na, mit einem Schlosse, zu welchem ein Thier- und ein Fasangarten
gehören. Die Stadt hat 6,000 Einw., ein Piaristencollegium, eine
philosophische Lehranstalt, ein Gymnasium und eine Hauptschule. Es
wird hier viel Branntwein gebrannt und Leinwand gewebt.
Lclesz, ungar. Marktflecken im Zempliner Comitah hat eine Pra-
moustratenser-Abtey mit wichtigem Urkunden-Archiv und eine katholische
Hauptschule.
^embcrg (poln. Lwow), Hauptstadt des Königreiches Galizien
'md Lodomerien. Geschichte. Die erste Erbauung dieser Stadt fallt
in das Jahr 1268. Sie erhielt gleich anfangs ihren Nahmen von dem
Fürsten LeoDani lo witsch, der von 1266—99 in Halicz regierte,
und das damahls wohlbefestigte Lwow oder ?>ml)urᎠaus seinem Oe-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie