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L e m b e r g e r R r e i s . — L e m b e r t . 395
ein Siechen- und Armenhaus/ ein Militärspiral/ 2 Eisenbäder, ein Ar-
meninstitut, eine Gesellschaft adeliger Frauen, ein freywilliges Arbeits-
haus und ein Correctionshaus für politische Sträflinge. L. hat mehrere
Manufacturen, viele Branntweinbrennereyen, Oerbereyen und Leder-
erzeugung, so wie WachSterzenfabriken/treibt starken Handel mit Flachs,
Leinwand, Hanf, Honig, Wachs, Unschlitt, Leder und Getreide,
vorzüglich aber mit Kleesamen. Der Commissions- und Speditionshan-
del ist sehr bedeutend.
Lemberger Rreis in Galizien, hat von der Hauptstadt dieses
Landes seinen Nahmen, die im nordöstlichen Theile dieses Kreises gele-
gen ist. Sein Flächeninhalt beträgt 49^ geogr. Q.M., worauf4 Städte,
2 Märkte und 167 Dörfer gezahlt werden. Die Zahl der Bewohner be-
lauft sich auf 140,500.—DerBoden dieses Kreises ist durchaus uneben,
aber doch befinden sich keine hohen Gebirge in demselben, dagegen ist sein
Boden überhaupt hoch gelegen, wie man aus der Seehöhe von Lem-
berg ersieht, welche 363 Wiener Fuß beträgt. Der L. K. ist übrigens
auch nicht der fruchtbarste Theil Oaliziens, vielmehr trägt sein steini-
ger, sandiger, zum Theil auch sumpfiger Boden das Meiste bey, daß
der Ackerbau so wenig ersprießlich ist.
Lembert, Wenzel, geboren zu Prag 1780. Er studirte auf der
Prager Universität, ein unbezwinglicher Hang zum Theater bestimmte
ihn aber die Studien aufzugeben und sich dem Schauspielerstande zu wid-
men. Im Jahre 1300 begann er bey einer kleinen reisenden Schauspieler-
Gesellschaft, zu Annaberg im sächsischen Erzgebirge/ in der Rolle des
VanderHusen, in dem Lustspiele: Armuth und Edelsinn, seine thea-
tralische Laufbahn. Nachdem er durch einige Jahre sein Talent bey meh«
reren kleineren Theatern ausgebildet hatte, kam er nach S te t t i n , wo
die berühmte Künstlerinn Unzelmann-Bethmann, die auf dem
Stettiner Theater eine Reihe von Gastrollen gab, ihn sah und aufmun-
terte, bey einem größeren Theater sein Glück zu suchen und ihn dem Di-
rector des churfürstlich sächsischen Hoftheaters Seconda in Dresden
empfahl, wo er 1305 ein Engagement fand. Nach Verlauf von 2
Jahren, während denen er rüstig auf der Bahn seiner Ausbildung vor-
wärts schritt, erhielt er 1807 einen ehrenvollen Nuf zu dem königl.
Theater in S tu t tga r t , bey welchem er für das Fach der ersten Lieb-
haber engagirt wurde. Als der k. k. Hoftheatersecretär Schreyvogel
und der k. k. Opern-Regisseur Treitschke 181? auf einer Reise, die
sie durch Deutschland unternahmen, um brauchbare Subjecte für die
ladung, kam im Sept. desselben Jahres nack Wien und betrat als
Phi l ippVrookin dem Schauspiele: Die Mündel, zum ersten Mahle
das k. k. Hofburgtheater, bey dem er eine lebenslängliche Anstellung fand.
Seit 2 Jahren hat er aufgehört ausübender Schauspieler zu seyn und ist
gegenwärtig Oberinspicient und Consulent des k. k. Hofburgtheaters. —
Als dramatischer Schriftsteller hat er manches Verdienstliche geleistet;
wir verdanken ihm über 40 brauchbare Theaterstücke, theils Original,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie