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Leoben . — L e o b e r s d o r f . 393
und Criminalgerichtes in Salzburg übertragen. Nach der Abtretung
Salzburgs 1810 trat er in das niederosterr. Appellationsgericht, und
leistete supplirende Dienste bey dem obersten Gerichtshof, zu dessen Mit-
glied als Hofrath er 1814 befördert wurde. Die beschwerliche Regu-
lirung der Justiz-Reformen in Dalmatien ward ihm als ersten Hofcom-
missär1314 übertragen, eine gleiche ehrenvolle Sendung erhielt er 18lß
in die zurückerworbenen Antheile von Salzburg, des Inn- und Haus-
ruckviertels. Hierauf ward er zur Hofcommission in Iustizgesetzsachen
berufen, endlich 1817 mit der Würde eine^ Präsidenten des neu
errichteten küstenländischen Appellationsgeri.chtes belohnt. Uberdieß er-
hielt L. 1813 den Ritterstand und die geh. Rathc'würde taxfrey. Er starb
den 27. Dec. 1320 zu Wien.
Leoben, steyermark. Stadt im Brucker Kreise, die schönste und
ansehnlichste Stadt in ganz Obersteyermark, auf einer Halbinsel an der
Mur, zählt mit Einschluß ihrer beyden Vorstädte (Wasen v orsta dt
und Mühl thal) 280 Haus. und 2,000 Einwohner. Die Stadt ist ziemlich
wohl gebaut und hat mehrere ansehnliche Gebäude, worunter das Rath-
haus, die Decanatkirche (ehemahls Iesuitenkirche) u. a. m. Das Ober-
bergamt und Berggericht für Steyermark hat hier seinen Sitz, auch be-
steht hier eine Hauptschule und ein Regiments-KnabencErziehungshaus.
Die Gewerbsindustrie beschäftigt sich meist mit Verarbeitung der Metalle;
3 Eisenhämmer, 1 Eisendrahtzugwerk, 1 Kupferhammer, die Ver-
fertigung von Nadlerwaaren, Fischangeln :c. geben einem großen Theile
der Einwohner Nahrung und Verdienst; auch die Handelsgeschäfte sind
ziemlich lebhaft, besonders in rohem Eisen und Eisenwaren. Überhaupt
hat L. eine für den Eisenhandel sehr günstige Lage und könnte, wenn
die Mur für größere Fahrzeuge schiffbar wäre, ein bedeutender Nieder-
lagsort werden. Das Steinkohlenbergwerk am Münzenberge liefert recht
gute Schwarzkohlen, welche größtentheils auf der Mur nach Grätz ge-
schickt werden. — In der neueren Zeit wurde L. durch die hier am 18.
Apr. 1797 zwischen Osterreich und Frankreich abgeschlossenen Prälimina-
rien des Friedens zu Ca m p o F orm io bekannteres. Fried ensschlüs-
se); ein marmornes Denkmahl mit vergoldeten Inschriften verewigt die-
ses Ereigniß.
Leobendorf, niederosterr. Dorf im V. U. M. B. , in ebener
Lage am Fuße des Schliefberges, mit 720 Einwohnern, Verwaltungssitz
der Herrschaft Kreuzen stein. Hier befindet sich das herrschaftliche Amt-
haus mit einer Schweizerey, und hinter der Ruine Kreuzen stein
der Reidingerhof mit einer Schäferey. Außerdem hat L. ein Brauhaus,
einen schönen Körner - Schüttkasten, eineZiegelbrennerey, und in der Nähe
einen Sandsteinbruch. An der Hauptstraße steht eine steinerne Säule,
worunter der 1595 in Wien enthauptete Graf Ferdinand v. Har-
degg, der damahlige Besider der Herrschaft, begraben liegt.
Leobersdorf (Loibersdorf) , niederosterr. Marktflecken im
V. U. W. W., mit 1,270 Einwohnern.- Sehenewerth ist hier eineSei-
denzeugmanufactur, deren Stühle von Wasser in Bewegung gesetzt
werden, mit einer Baumwollenspinnerey und 2 Filirmühlen, ferner
ein Fournier-Schneidewerk und eine Stampfmühle. — In der Gegend
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie