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Leonhard, St. — Leopold I. , rom. deutsch. Raiser.
Staaten vorgeschriebenen kleinen Catechismus :c., eb. 1819. — Theo-
retisch - practische Anleitung zum Catechisiren :c., eb. 1819. —Kathol.
Religionsunterricht in Fragen und Antworten als Lehrbuch zu dem in den
osterr. Staaten vorgeschriebenen großen Catechismus, eb. 1819. —
Über Bell-Lancaster'sche Schulen, eb. 1820. — Christkathol. Unter-
richt über die heil. Sacramente :c., 7 Thle. eb. 1820. — Die Feyer
des Sonntages, eb. 1824. — Feyer der Geburt Jesu, eb. 1824. —
Tagebuch der Kirchenfeste und der Heiligen, 4 Bde. eb. 1826. —Ka-
tholisches Religionshandbuch, eb. 1826. — Rathgeber bey dem Wie-
derholungsunterrichte, eb. 1826. — Sämmtliche Predigten, gehalten
vor einer Landgemeinde, 7 Jahrgänge, eb. 1825 — 34. Von den
ersten 4 Jahrg. eine 2. verbeff. Aufl., eb. 1828 — 34. — Die kathol.
Glaubens- und Sittenlehre, 2 Thle. 2. verbeff. Aufl. eb. 1835. Au-
ßerdem lieferte L. auch mehrere Abhandlungen, literarische Anzeigen,
Recensionen und Catechisation in der Wiener theologischen Zeitschrift.
Leonhard, S t . , i!lyr< Städtchen im Klagenfurter Kreise des
Herzogthums Karnchen im obern Lavantthale an der Lavant gelegen,
hat 730 Einw. und ein Eisenwerk mit Hochofen.
. ' Leopold I., rom.-deutsch. Kaiser, zweyter Sohn Kaiser Ferdi-
nand's I I I . von Mar ia Anna von Spanien, geboren den 9. Iuny
1640, wurde 1655 König von Ungarn, 1656 König von Böhmen?
und 1658Kaiser. DieKrönung zu Frankfurt erfolgte den 5. Augujt
1661 sielen die Türken verwüstend in Ungarn ein; Montecucul i ,
der osterr. Feldherr, nöthigte sie aber nach abwechselndem Glück, durch
die Schlacht von St. Gotthard zum Frieden auf 20 Jahre, und
Kaiser L. benutzte denselben, mehrere unruhige Ungarn mit dem Tode
zu bestrafen, was aber keineswegs die innere Ruhe befestigte; denn
Tökely stellte sich an die Spitze der Unzufriedenen in Ungarn und rief,
nachdem er den Türken einen jährlichen Tribut von 40,000 Zechinen
versprochen hatte, diese zu seiner Unterstützung herbey. Mehr als 200,000
Osmanen drangen hierauf in die kaiserlichen Erbstaaten ein, verheerten
alles mit Feuer und Schwere, und drangen siegreich bis Wien vor,
welches sogleich belagert wurde. L. flüchtete sich nach Passau, der Kö-
nig von Polen, Johann Sobieski, die Churfürsten von Sachsen
und Bayern, und der Herzog von Lothringen eilten mit ihren Truppen
herbey, und bewirkten durch gemeinschaftliche Anstrengungen den Entsatz
der Stadt den 12. Sevt. 1633. Diesem Siege folgten hierauf mehrere,
und bald war Ungarn wieder in osterr. Händen. Der Carlowitzer Frie-
den 1659 sicherte auf die nächsten 25 Jahre dieses schöne Reich, wo in-
deß L.'s Strenge manchen unruhigen Kopf hatte auf dem Blutgerüste
fallen lassen. Die nächste Folge davon war, dafi die zusammenberufe-
nen Grosien Ungarn für ein Erbreich erklärten. Außer diesem Kriege mit
den Türken führte er einige andere mit Ludwig XIV.; denn als 1672
derselbe Holland überfiel, zog L. den Generalstaaten zu Hülfe. Der
Friede von Nymwegen 1679 ward nur ein Waffenstillstand, da die
französischen Reunionskammern seit 1681 von Neuem zum Kriege reiz-
ten, der 1633 nach fast unerhörter Langmuth des deutschen Reichs aus-
brach. Mit abwechselndem Glück wurde bis 1697 gefochten, wo am
Oest.rr.Nat. Encnkl.Bd.III. 26
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie