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412 Leopoldinen? Stiftung. — Leopold - Orden.
lensiebers, welches, wegen einer unzeitigen Niederkunft vom 1. Dec. 1826
sie befallen hatte, den 11. Dec. dess. I. im 29. Jahre ihres Alters starb.
Leopoldinen - Stiftung. Die Zwecke dieses 1329 gebildeten
Vereines sind: 1) Die Beförderung einer größeren Wirksamkeit der ka-
tholischen Missionen in Amerika. 2) DieTheilnahme und Erbauung der
Gläubigen an der Verbreitung der Lehre Jesu in entfernten Weltgegen-
den. 3) Das fortwährende Andenken an die in Amerika verstorbene Kai-
serinn von Brasilien, Leopoldine, geborne Erzherzoginn von Oster-
reich. Die zur Erreichung dieser Zwecke gewählten Mittel sind: Gebeth
und Almosen. Die Central-Direction, welche sich in Wien befindet,
verwendet die eingehenden Almosen für die dringendsten Bedürfnisse der
amerikanischen Missionen, so wie ihr solche aus authentischen Berichten
und sorgfältigen Nachforschungen bekannt werden, nach einer vorläufigen
gemeinsamen Berathung, und Übermacht selbe auf die mindest kostspielige
Weise. Das Stiftungsbureau ist in der erzbischöfi. Consistorialkanzley.
Leopold - Grden. Dieser Ritter - Orden ward von Kaiser
Franz 1803 gestiftet. Die Statuten sind vom 14. Iuly !808 datirt.
Folgendes ist ihr Inhalt im Auszug: 1) Zur Verherrlichung des ruhm-
würdigen Atidenkens.des Kaisers Leopold I I . (Vater des Kaisers
Franz) erhält der neue Orden den Nahmen des österr. kaiserl. Lebpold-
Ordens. 2) Die Würde des Großmeisterthums bleibt beständig und un-
zertrennlich mit dem österr. Kaiserrhum verbunden. 3) Der Orden besteht'
nach Maß der Verdienste aus 3 Graden, Großkreuzen, Commandeurs,
Kleinkreuzen. 4) Die Großkreuze gehen ihrer Würde wegen, allen Übri-
gen , und die Commandeurs den Kleinkreuzen vor. Den Rang jedes
Einzelnen bestimmt die Zeit der Aufnahme. 5) Der Hauptendzweck des
Ordens ist: Das öffentliche Anerkennen und'die Belohnung der um den
Staat und das ErzHaus erworbenen Verdienste. Daher können den Or-
den nur diejenigen erhalten, welche sich durch entscheidende Beweise von
Anhänglichkeit an ihr Vaterland und den Landesfürsten, durch ange-
strengte erfolgreiche Bemühungen, das Wohl des Staates zu befördern,
durch ausgezeichnete zum'Besten des Allgemeinen wirkende und die Na-
tion verherrlichende Gelehrsamkeit, oder durch andere große und gemein-
nützige Unternehmungen ausgezeichnet haben. Ein vollkommen tadelfreyer
Wandel und ein unbescholtener Ruf ist dabey ein unerläßliches Beding-
niß. 6) Zur Aufnahme ist Jedermann ohne Unterschied des Standes, er
mag in unmittelbaren Civil- oder Militärdiensten stehen oder nicht,
geeignet, so forne er die erforderlichen Eigenschaften hat. 7) Die Ver-
leihung des Ordens bleibt dem Großmeister allein vorbehalten. Er er-
theilt ihn aus eigener Bewegung. Ein Ansuchen um denselben findet nicht
Statt. 8) Das Ordenszeichen ist ein goldenes emaillirtes Kreuz, gegen
auswärts achteckig. Die Außenlinie jedes Kreuztheiles ist mit einer fla-
chen Cirkellinie gegen einwärts gebogen. Das Kreuz an sich ist roth,
um welches ringsherum ein weisier Streif läuft. Es hat ein zirkelmn-
des Mittelfeld, auf welchem sich auf der Aversseire die 3 Buchstaben:
IV I. A. (Franciscus Imperaror Auslriae) in einander verschlin-
gen. Dieses Mittelfeld ist ebenfalls roth, und mit einem gleichen
weißen Streife umgeben, worin die Worte. Integritatj et
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie