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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 416 -
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Seite - 416 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3

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N6 Leopoldsiadt. — Lerchenfeld (Neu-). L. jedoch gegenwärtig von dem Fürsien v. Liechtenstein gepachtet. Wahrhaft großartig und überraschend ist von hier aus die herrliche Fern- sicht, welche jene von dem obwohl höheren Kahlenb erg bey weitem überbiethet. Man übersieht von hjer fast den vierten Theil des Erzherzog- thums Osterreich, jederPunct der reizenden Kreisumsicht biethet historisch- interessante und pittoreske Stellen. Die Pracht der Kaiserstadt, zahl- lose Berge, Thürme, Schlösser und Walder, die herrlichen Fluthen der Donau zeigen sich hier in reicher Abwechslung dem erstaunten Blicke, und es ist wohl nicht zu viel behauptet, wenn man diese Aussicht eine der schönsten in Osterreich nennt. Besondern Zauber entwickelt der Son- nenaufgang auf diesem Berggipfel. S^ auch Cetisches Gebirge; Kahlenberg. Leopoldstadt, kleine ungar. Festung in einer sumpfigen Oegend des Neutraer Comitats, am rechten Ufer der Waag, 1661 erbaut, mit einer dreyfachen Mauer umgeben und bloß von Militär bewohnt. Der dabey befindliche Flecken heißt Leopold-Neustadt^ ^ Leopoldstadt, diegrößteVorstadtWien's, nördlich der Stadt, zwischen der großen Donau und einem Arme derselben gelegen, welcher nahe an den Mauern der Stadr vorüberfiießt. Die L. hieß vormahls der untere Werd , im Gegensatze der Rossau, welche der obere Werd genannt wurde; in der Folge erhielt sie, da sie fast nur allein von Juden bewohnt wurde/ den Nahmen Iudenstadt. Nach allgemeiner Ab- schaffung derselben von Wien durch Kaiser Leopold I . , ließ dieser Kaiser an die Stelle der jüdischen Synagoge eine Kirche zum heil. Leo- pold bauen und die Vorstadt erhielt ihren heutigen Nahmen. Vey der Wiederzulassung der Juden in Wien wurde sie aufs Neue deren Lieb- lingsaufenthalt und noch bewohnen sie viele derselben, ohne jedoch eine eigene Gemeinde zu bilden. Der Polizeybezirk L. begreift sowohl diese Vorstadt als auch den schönen Freygrund Jage: zeile. Erstere, zahlt in 636 Häusern 23,464 Einwohner; die Jag erz eile hat 66 Häuser, worunter jedoch sehr schöne und ansehnliche, und 2,663 Einwohner. Beyde Vorstädte haben eine niedrige Lage und sind daher leider öftern Überschwemmungen ausgesetzt, demungeachtet weiden sie wegen ihrer vielen und schönen Spaziergänge, Garten, Kaffeh- und Gasthauser, so wie hauptsachlich der Nahe des Praters, Augartens :c. am stärk- sten besucht und sind auch unter allen übrigen Vorstädten die nächsten an der Stadt. Die L. genießt auch das Recht eines eigenen Jahr- marktes. Die Praterstraße mit ihren herrlichen, palastahnlichen Gebäu- den ist die schönste und breiteste Straße Wien's, mit einer Lange von beyläufig 570 Klaftern. Noch langer sind die Tabor-, die Augarten- und Donaustraße. In dem Bezirke L. sind 3 Pfarren und 2 Manns- klöster, wovon jenes der barmherzigen Brüder mit dem gvosien Kranken- spitale, das Theater, 2 Tanzsale, mehrere Badehäuser, eine große Zuckerraffinerie nebst vielen andern Fabrikanlagen, eine große Reiter- caserne, ein Armenhaus, das Strafhaus für Osterreich unter der Enns :c. Lerchenfeld (Nett-), ein Dorf nahe an der Lerchenfelder Linie W i e n's, fast bloß aus Wirthshäusern und deren Gärten bestehend, das wah- re Tusculum der geringeren Classe von Wien's Einwohnern, in welchem,
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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