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Leschkirch. — Leslie, die Grafen.
die Sommerszeit über, ein immerwährendes Volksfest gefeyert zu werden
scheint, welches sich zwar, besonders an Sonn - und Festtagen, etwas tumul-
ruarisch äußert und wobey Bacchus und Ceres, letztere weniger als
Brod- denn als Bierss enderinn, einer fast unbegränzten Verehrung sich
zu erfreuen haben, wobey es jedoch, dem Charakter des österr. Volkes
gemäß, bis auf einen gewissen Grad so anständig und manierlich zugeht,
als solches mit allgemeiner, durch verschiedene Reizmittel erhöhter Lust,
nur immer verträglich ist. Hier zeigt sich denn auch die Jovialität des
berühmten Wurstlpraters in nuce und noch mehr ä son aise, so zu
sagen im Hauskleide; Kasemänner, Loseverkäufer mit Hoffnung all-
sogleichen, nicht unbeträchtlichen Gewinnes, Leyermanner, Sänger und
Fiedler, Männer mit Wagen, Tabuletkrämer, Bilderhändler, Gaukler,
Equilibristen u. m. dergl. treiben sich auch hier im bunten Gewirre,
hauptsachlich in den Gärten herum; einige der ansehnlicheren Gasthäuser
aber werden auch von ganz stattlichen Gesellschaften Wiener Bürger
besucht, da in vielen derselben das Getränke gut, dle Preise, der er-
sparten Liuienmauth wegen, billiger und der Ort sehr nahe an der Linie
liegt, welche obendrein vielleicht auch die nächste vom Mittelpuncte der
Stadt genannt werden kann. Hier befanden sich seit Jahren und noch
unlängst auch 2 große hölzerneAmphitheater, den gymnastischen Künsten
gewidmet, welche jedoch schon einige Zeit leer standen.
Leschkirch, siebenbürg. Marktflecken im Leschkircher Stuhl des
Landes der Sachsen, am Harbache gelegen, dessen Einwohner (Sachsen,
Walachen und Zigeuner) sich mit Feldbau beschäftigen.
Leschkircher S t u h l , im Lande der Sachsen in Siebenbürgen,
ein kleiner, kaum 5 Q. M. enthaltender Landstrich, dessen 15,000 Ein-
wohner, die sich vom Feldbaue, einigen Gewerben, Handel und Fuhr-
wesen ernähren, einen Marktflecken und 11 Dörfer bewohnen. Der L. St.
wird vom Harbache durchflossen und bringtHafer, Wein, Farbenerden :c.
hervor.
Lesina, zum Kreise Spalato Dalmatiens gehörige große Insel
des adriatischen Meeres, ausgezeichnet durch den Reichthum und die
Schönheit ihrer Flora, mit beynahe 9,000 Einw., welche sich gröfiten-
theils vom Weinbaue und vom Handel mit Wein, Getreide, schmack-
haften Feigen, Carobben und vortrefflichem Honig ernähren. Auch findet
man hier viele baumartige Agaven. — Hauptort ist das Städtchen Le-
sina, von 165 Häusern, am Fuße eines 270 Fuß hohen kahlen Berges,
auf dessen Gipfel das Fort Spagnuo l steht; auf einem anderen Berge
liegt das Fort S. Nicolo. Das Städtchen hat einen großen Hauptplatz,
der gegen die See zu offen ist, und, als Sitz eines Bisthumes, einen
bischöflichen Palast und eine Cathedra!kirche. Ferner befindet sich hier
eine Hauptschule, ein kleines Theater und ein guter und geräumiger
Hafen. Die Einwohner treiben Fischfang und bereiten Salbey- und
Rosmarinöhl, Weingeist, Rosmarinwasser:c.
Leslie, die Grafen, ein alladeliges Geschlecht, dessen Ursprung
für ungarisch gehalten wird, welches sich jedoch seit ungefähr 1550 in
Schottland ausbreitete und daselbst zuerst geschichtlich genannt wird.
Mehrere L. zeichneten sich in den Bürgerkriegen im brittischen Reiche vor-
Oesterr. Nat. Encnll. Vd. Ill 27
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie