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418 L e t t o w i y . — L e u c h t t h ü r m e .
züglich aus; sie hielten sich stets zur königlichen Partey; auch unter den
schottischen Truppen, welche in frühern Zeiten in französischen Diensten
zu stehen pflegten, befanden sich L.'s. Ein Georg L. war Feldmarschall
unter Gustav Adolph von Schweden. Wal ther , Graf von L.,
in kaiserl. Diensten, war eines der thätigsten Werkzeuge zur Unter-
drückung der Wal len stein'schen Verschwörung, und wurde in der
Folge Feldmarschall und Reichsgrcrf unter den Kaisern Ferdinand I I .
und I I I . ; er kaufte sich in Steyermark an. Dössen Vetter, Jacob
Ernst, Graf von L., war kaiserl. geh. Rath und innerösterr. Hofkam-
mer-Prafldent, seineOemahlinn warLouise Josepha, geb. Fürstinn
von Liechtenstein, und er pflanzte das Geschlecht in Steyermark fort,
bis es mit dem Tode Anton's Grafen von L. den 22. Febr. 1302 erlosch.
Die Besitzungen dieser Familie bestanden aus den Herrschaften Ober-
pet tau, Bäreneck an der Mur , Rohitsch, S t r a ß , Ehren-
hausen, Platzerhof , Bu rgs tha l , Gü l ten und Verschnik
in Steyermark, nebst einem großen Hofe und Garten in Orätz.
Lettorviy, mähr. Marktflecken im Brünner Kreise, mit 1,520
Einw., emem Bergschlosse, einer Zitz-, Kattun-, Kittay-und Mus-
selinfabrik (welche jahrlich an 40,000 Stücke erzeugt), einem Kloster der
Barmherzigen und einem Krankenhause.
Leuchtthürme. Der am Eingänge des TriesterHafens, am äußer-
sten Endpuncte des Molo di Santa Teresa neu erbaute Leuchtthurm,
welcher zum ersten Mahle in der Nacht vom 11. auf den 12. Febr. 1833
angezündet wurde, und seit diesem Tage regelmäßig alle Abende ange-
zündet wird, dient sammt dem schon seit mehreren Jahren erbauten
Leuchtthurme zu Salvore den nach Triest einlaufenden Schiffen
zur Sicherheit, indem beyde den Seefahrern den Weg anzeigen, wohin
sie zu steuern haben, um einerseits nicyr in die Sümpfe bey Orado zu
gerathen, andererseits aber die an der Küste Istriens liegenden Scoglien
(Felsenriffe) zu vermeiden. Der Hauptunterschied, der sich zwischen bey-
den L.n darbiethet, ist, daß der Leuchtthurm zu Salvore nur ein einfa-
ches aber fortwahrendes, jener am Mo lo d i S a n t a Teresa aber
ein intermittirendes Licht gewährt, das sich jedoch leicht von einer zufällig
auf der Rhede entstandenen Feuersbrunst unterscheiden laßt. Dieser neuer-
baute Leuchtthurm ist 360 Wiener Fuß von dem Rande des Stemdammes
entfernt, und hat das Ansehen eines kolossalen säulenförmigen Thurmes.
Sein Grund liegt auf einer Stückbettung und erhebt sich ziemlich über
den gewöhnlichen Molo. Der Thurm sammt seiner Grundlage ist aus
Kalksteinen des benachbarten Karstes erbaut, und hat über den mittleren
Stand des Meeres eine Höhe von 106 Wiener Fuß bis zum Mittel-
vuncte des Lichtkegels. Der Lichtkegel besteht aus 42 mit Ohl genährten
Dochten, und breitet seinen Lichtglanz auf eine Entfernung von 3 deut-
schen oder geographischen Meilen aus, wenn nur das Auge des Beobach-
ters 12 Wiener Fuß über dem Meeresspiegel sich befindet. Man kann
daher das Licht desselben von den Gewässern bey Pirano und bis zu
den Sümpfen beym Flecken Grado an der illyrischen Küste gleich gut
sehen. Um aber sein Licht von jeder andern zufalligen Flamme, die
etwa auf den die Rhede umgebenden Bergen entstehen könnte, unterschei-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie