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Lezaysk. — L i chnowsky , die Fürsten. 42i
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wurde er nach dem Tode des Directors Schmuzer, zum Hofkupfer-
stecher, zum Professor der Kupferstecherschule und zum k. k. akademischen
Rclthe ernannt. Seit längerer Zeit hatte er sich ausschließend mit Ku«-
pferstechen beschäftigt. Seine vorzüglichsten Leistungen dieses Faches sind:
Tod des Marcus Antonius nach Petz, Tod des Papyr ius nach
Hetsch, die bekannten Scenen aus der Messlade nach Füg er's Hand-
zeichnung, wovon jedoch fein Sohn, GustavL., ebenfalls rühmlich
bekannter Kupferstecher, Mitarbeiter ist, la Malicieuse, la Cliarile
nachMattei, HeiligeFamilienachBarozzio, Cupido, seiner Mut-
ter den Spiegel vorhaltend, nach T iz ian, Tribut de r^connaissance
nach Tischbein, Deckenstück nach einer Skizze von Guibald. —
L.'s Söhne, Car l , Friedrich und Gustav, sind ebenfalls wackere
Künstler, Ersterer im Fache der Historien-, Zweyter in jener der Ponraits-
malerey und Letzterer, wie bereits erwähnt, in der Kupferstecherkunst.
Lezaysk, galiz. Stadt im Rzeszower Kreise, mit 567 Hausern
und 3,300 Einwohnern.
Libethen, ungar. königl. Frey- und Bergstadt im Sohler Co-
mitat, an den Bächen Hutna und Udvoka, hat 286 Häuser mit 1,560
slavischen Einw., die viel Flachs bauen und m.it Holzgeräthen Handel
bis nach Waitzen treiben. Auch werden hier Kupfer- und Eisengruben
bearbeitet.
Libufsa, die berühmte Böhmenfürstinn und Gründerinn Prag's,
deren Geschichte jedoch fast gänzlich in das Gebieth der Fabel streift, war
der Sage nach die jüngste Tochter des Czechenfürsten Krok, in Zauber-
künsten wohl erfahren und wurde nach dem Tode ihres Vaters, etwa
700 nach Christi Geb,, durch allgemeine Wahl zur Herrscherinn erkoren.
Als die Landesältesten sie beschworen, zum kräftigeren Schutze des Landes
sich einen Gatten zu wählen, sandte sie Bothen mit dem Auftrage aus,
einen Mann zu suchen, der sein Mittagsmahl auf eiserner Tafel halte.
Unweit des Dorfes Stadicz trafen sie denn einen Pflüger, Nahmens
Przemisl , der auf umgekehrter Pflugschar sein einfaches Mahl ge-
noß, sie begrüßten den Erstaunten mit dem fürstlichen Titel und führten
ihn zu L. , die ihn heyrathete und zum Fürsten Böhmens machte.
Beyde gründeten nun Prag an der Stelle, wo ein Mann eine Thür-
schwelle (böhmisch: Prah) sagte, entdeckten fast alle Bergwerke des Lan-
des und ließen das goldene Götzenbild Zelu gießen, dem man das son-
derbare, nicht sehr odoriferante Opfer abgeschnittener Haare und Nägel
brachte, die auf Kohlen verbrannt wurden. L. soll um 738 gestorben
seyn; ihr Gemahl und dann ihr Sohn Mzemysl folgten ihr in der
Regierung.
Liccaner Regimentsbezirk in der Carlstädter Gränze der croat.
Militärgränze. Seine Ausdehnung beträgt 47^ geogr. Q. Meilen mit
82,200 Bewohnern, die sich von der Vieh- und Bienenzucht und vom
Branntweinbrennen ernähren. Sonstige Producte sind Wein und Holz.
Der Fluß Licca bewässert den Landstrich. Gebirge: Kleine Kapella,
Zermagna, Vellebech.
Lichnowsky, die Fürsten, leiten ihre Abkunft aus dem Hause
Granson in der Schweiz her und nennen sich: Erben der Grafen von
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie