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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 427 -
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Liebich. — Liechtenreiter. 437 Liebich, Ioh. Carl, Director des ständischen Theaters zu Prag, und talentreicher Schauspieler. Er war geboren zu Mainz den 5. Aug. 1773, und begann daselbst seine Studien. Die Vorstellungen des Grafen Waltron und der Emilie Galotti, durch die Groß mau n'- sche Gesellschaft machten die Liebe zur darstellenden Kunst in ihm rege, doch setzte er seine Studien zu Passau fort, trat jedoch daselbst bereits mit vielem Beyfall in den Schulcomödien auf. Durch Ermunterung des Fürstbischofes trat L. bald an die Stelle eines abgegangenen Schauspie- lers mit 400 Gulden Gehalt, und fand die günstigste Aufnahme, in kurzer Zeit wurde er Inspicient, dann sogar Regisseur. Als das Stift säcularisirt wurde, ging L. nach Laibach, dann nach Trier und 1797 wieder nach Passau. 1793 begleitete er den Director dieses Theaters, seinen Freund und Lehrer Schöpf, welcher nach Prag zur Direction des dortigen Theaters berufen wurde, als Regisseur dahin, wurde da- selbst auf das glänzendste aufgenommen und durch seine schätzenswerthen Eigenschaften als Mensch und Künstler der Liebling der gesammten Ein- wohner dieser Stadt. 1806 ernannten ihn die Stände zum Director des Theaters, mehrere Große unterstützten die Unternehmung durch Geld- vorschüsse, und auch das Publicum trug auf das thätigste dazu bey, das deutsche Theater, welches bisher der ital. Oper nachstand, emporzu- bringen. Auch hatte es die Prager Bühne vorzüglich den Bemühungen L.'s zu danken, dasi sie auf eine Höhe gebracht wurde, wie nie zuvor, und den besten Bühnen Deutschlands zur Seite gestellt werden konnte. Auch stiftete L. ein Pensionsinstitut für die Schauspieler und Sänger des standischen Theaters. Er starb den 22. Dec. 1322. Liebwerda, böhm. Dorf und Badeort bey Fr ied lano im Punzlauer Kreise, dessen Umgebung einem Parke gleicht, mit einem stattlichen Schlosse des Grafen Cl am-G a lla s. Der Brunnen befindet sich auf einem ebenen, mit Bäumen besäten Platze,'-und in der Nahe sind die geschmackvoll eingerichteten Badegebäude mit einem vorzüglich schönen Gesellschaftssaale, ein hübsches Schauspielhaus, ein Kunstgar- ten mit langen Laubgängen, eine dem Erzherzog Car l geweihte Spitzsäule :c. Liechtenreiter, Franz, sonst Francesco genannt,ward 1701 zu Passau geboren, wo er in der Malerkunst bey einem dortigen Maler gebildet wurde. Nach einigen Jahren ging er nach Vened ig , studirte bey V incen t in i durch mehrere Jahre die Kunst, in der er guten Fortgang machte, und die schönste Sammlnng von Zeichnungen der be- sten Gemälde, die er da antraf, mit sich nach Deutschland brachte. Er ließ sich zu Prag häuslich nieder, und malte da Portraits und histori- sche Stücke, wovon die meisten in den Klöstern und Stiften der Haupt- stadt Böhmens noch jetzt sich befinden. 1741 ward er zum Oberältesten der Neustädter Malerconfraternität gewählt. Da er immer nur unter dem Nahmen Francesco in P rag bekannt war; so machte man spater zwey Maler aus ihm, wovon einer Francesco, der andere aber Liechtenreiter heißen sollte; ungeachtet man ihn 1763 unter dem wahren Lahmen Franz Liech t enreit er, als zum zweyten Mahl gewählten Oberaltesten in einer Urkunde, erwähnt findet. Dieser fleißige
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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