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Liechtenstein, das Geschlecht.
nehmung Ottokar 's fremd, und kämpfte muthig dessen Schlachten,
bis sich dessen Gemüth im Übermuthe und der SiegestrunkenheN dem
Unrechte und der Gewaltthätigkeit zuwandte, da trat Hein rich v. 3.
mit seinem Neffen O rto an die Spitze des über des Böhmenkönigs will^
kührliche Handlungen mißvergnügten österreichischen und steyerischen
Adels, und schloß sich an Nudolph von Habsburg , in dessen Ge-
folge Friede und Recht wiederkehrten. Entscheidend wirkte Heinrich
in der berühmten Marchfelderschlacht. Schon wankte das launenhafte
Glück, Rudolph selbst gerieth in die äußerste Gefahr, das Banner
von Osterreich schwankte in der zitternden Hand des fast 100jährigen
Conrad's von Has lau , da erfaßte es behend und riesenstark Hein-
rich v. L., schwang es, blutroth, hoch empor, und stürzte sich damit
inmitten der zornentbrannten Scharen und der Sieg wurde errungen.
Dasselbe Jahr noch starb Heinrich. 1273 gab Rudolph v. Habs-
burg dessen Sohne Heinr ich I I . v. L. Marktrechte auf Nikols-
burg. Christoph v. L. glänzte um 1370 ebenfalls als einer der lich-
testen Sterne desRitterthums und zeichnete sichunterHerzogAlbrecht,
wider die heidnischen Preußen rühmlichst aus. Har tne id v. L. war
1334 Herzog Albrecht's mit dem Z opfe Obersthofmeister, in wel«
chem Amte ihm sein Bruder Johann folgte, der mit Herzog Leopold
1386 bey Sempach den Tod fand. Dessen Sohn, Io hann I I . v. L.
zeichnete sich durch großen Reichthum aus, und genoß solche Gunst am
Hofe König Wenzel's von Böhmen, welcher ihm den Bambergischen
Palast auf der Prager Kleinseite schenkte, und ihn zum geheimen
Rath ernannte, daß dadurch Herzog Albrecht's Eifersucht rege ge-
macht wurde, er ließ ihn ohne Urtheil und Recht einkerkern, und gab
ihm nur nach Abtretung der meisten Schlösser und Besitzungen in Oster-
reich, sammt allen Häusern in und vor Wien an die herzogl. Kammer
wieder frey, nur die Vesten und Schlösser Fe ldsberg, Raben s-
burg , R inge lsdor f , Mistelbach, Ulr ichskirchen, Rie-
denegg und Eberdorf mit Allem auf dem linken Donauufer in
Osterreich blieben ihm und seinem Hause, um so m?hr blieb nun Ni-
kolsburg mit dem ansehnlichen mähr. Besitzthume fortan die Haupt-
quelle der L.'schen Größe. Heinrich IV. v. L., dessen Neffe, da Jo-
hann ohne Erben starb, ist Ahnherr des ganzen Hauses. Sein erster
Sohn Christoph stiftete die mährische, der zweyte, Georg , die
mährisch-österr. Linie.-Hartneid v. L. erhielt 1421 zu B r u n n vom
Kaiser S ieg mund Bergwerksgerechtigkeit für seine mährischen Güter.
Georg v.L. war 1411 Bischof von Tr ien t, Cardinal und einer der
Vordersten des Constanzer Conciliums. Christoph I I I . v. L. erwarb
1450 Wi l fe rsdo r f , Gaunersdorf , sammt dessen Umgebung.
Ch ri st o p h I V. d e rV e rsch w e n d er genannt, vergeudete all sein Besitz-
thum, N iko lsburg , Wasenstein, Ma idenbu rg , Dürren-
holz und Kostet gingen verloren, er starb 1585 ohne Kinder in gro-
ßer Armuth zuBrünn . Har tmannv . L. wurde von Rudolph I I .
zum Fveyherrn erhoben. Heinrich v. L. war Oberstkämmerer des Erz-
herzogs M ath ias, und wurde 1584 von Rudolph I I . als außer-
ordentlicher Bothschafter nach Constant inopel gesandt, ihn begleitete
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie