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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 439 -
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Seite - 439 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3

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Liechtenstein, des reg. Fürsten Joh., Gemäldegallerie. l39 cunabeln und die vorzüglichsten Encyklopädien über alle Zweige des menschlichen Wissens befinden. Vorzüglich reich ausgestattet sind die Fä- cher der Philologie mit Inbegriff der Classiker; der Geschichte, mit allen ihren Hülfswissenschaften; der Kriegskunst und der bildenden Kün- ste. Hier sind auch die meisten sogenannten Museen, z.B. das Museum Fiorentinum , pio - Clsmentinum u. m. a. vorhanden. Unter den Sel- tenheiten , welche diese Bibliothek besitzt, zeichnet sich ein unter der Leitung des berühmten Anatomen und Physiologen B a r t h , von Beer in Miniatur gemaltes Werk vorzüglich aus, welches beynahe die ganze Anatomie enthält. Sonst sind auch große und kleine Pracht- ausgaben von Didot , Bodoni und andern berühmten Buchdruckern, Prachtwerke zur Naturgeschichte, besonders zur Botanik in bedeutender Anzahl hier und werden noch stets vermehrt. Liechtenstein, des regierenden Fürsten Ioh . , Gemälde- gallerie. Diese herrliche Bildersammlung, die erste Wien's nach der kaiserlichen, an Anzahl, wie an innerm Werth, befindet sich in dem fürstl. Gartenpalaste in der Roßau und enthalt in 23 Zimmern über 1100 Gemälde. Merkwürdig ist schon der Aufgang, auf einer prachtvollen marmornen Treppe, unstreitig die schönste in W ien , für welche allein der röm.-deutsche Kaiser Franz I. 70,000 Gulden gebothen haben soll. Der große Eintrittssaal, ein 32 Fuß längliches Viereck bildend, ist durch 18 marmorne Säulen gestützt und mit Gemälden und einem Plafond, die Apotheose des H erku les vorstellend, vonPozzo, so wie mit meh- reren Statuen nach Antiken geziert. Gründer dieser Gemäldesammlung war Fürst Adam von Liechtenstein (st. 1712), seine Nachfolger, der berühmte Wenzel Fürst von L., so wie Franz und Aloys und der gegenwartig regierende Fürst Johann vermehrten sie beträcht- lich. Die Gemälde sind folgender Weise eingetheilt: Im 1. Stockwerke, wovon 3 Zimmer Gemälde aus der italienischen und 4 aus der niederlän- dischen Schule enthalten', sind von ersterer besonders mit AuszeichnM^ zu nennen: Venus von Corregg io , Geburt Christi, St. mus, Charitas und Magdalena von Guido R e n i , Bethsabe von Carlo M a r a t t i , dann mehrere vortreffliche Stücke von Frances- chini , Caravaggio, Andrea del Sar to , Guercino, Car lo Dolceu.A. Die Plafonds des ersten Zimmers sind von Frances- chini, die der beyden andern von Be lucc i . Die Niederländer Schule enthält: Die Geschichte des Decius in 6 Gemälden von Rubens; unter vielen Gemälden von Vandyk besonders auszeichnenswerth eine Grab- legung Christi, Porträt der Prinzessinn Taxis und Wal len st ei n's, die Himmelfahrt von Rubens, die Portrats dessen Söhne, von ihm selbst gemalt, viele Gemälde von Berghem von besonderer Schön- heit :c. Die Plafonds dieser Zimmer sind ebenfalls von Franceschini und Belucc i . Im 2. Stockwerke enthalten 7 Zimmer Gemälde aus der italienischen, 9 Zimmer Gemälde aus der niederländischen, alt- und neudeutschen Schule. Von ersterer ist vorzüglich erwähnenswerth: Kreuztragung von Bassano, Johannes von Giug l io Roma- no, dann mehrere Stücke von Andrea del S a r t o , Tintoret- to, Parmegian ino (vortrefflich dessen Lautenspielerinn), T iz ian, i
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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