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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 443 -
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Liechtenstern, Jos. Marx Freyh. v. vott'Metall in dasselbe Zeughaus, mit einer Inschrift, die das wohl- verdiente Zeugniß enthielt, daß er gleich erfahren in den Künsten des Krieges und Friedens, ein Muster der Vaterlandsliebe und der Wieder- hersteller der Artillerie gewesen sey.— 1764 trat 3. wieder im Glänze friedlicher Auftrage auf. Er ging als Principalcommissär zur römischen Königswahl und Krönung Kaiser Joseph's nach Frankfurt ab.Hier entfaltete er wieder die Herrlichkeit seines Hauses und die Hoheit seines Gemüthes in dem Aufwands und der Art des Aufwandes. Er hatte den Kaiser krönen helfen, nun wollte er auch eine seiner denkwürdigen Hand- lungen verewigen, und setzte einen Stein auf seiner Herrschaft Posoritz, da, wo Joseph mit eigener Herrscherhand den Pfiug geführt hatte, um seine Achtung gegen den ältesten und unentbehrlichsten der Stände, den Nahrstand zu zeigen. Aber jetzt nahte dieZeit, wo man ihm selbst Steine setzen sollte. Gesundheit und Kräfte wichen. Arbeitend verschied er am 10. Febr. 1772 im 76. Jahre. — Theresia und Joseph ehrten das Andenken des Unvergeßlichen noch durch Handschreiben und Gedächtniß- münzen,- in jenen und diesen nannten sie ihn des Vaterlandes und ihren Freund, und den Hersteller der Artillerie. Liechtenstern, Joseph Marx Freyh. v., war geboren zu Wien den 12. Febr. 1765. Hier durchlebte er auch größtentheils seine Bildungsperiode, auf welche Männer wie Ko l la r , B o r n , der be- rühmte Astronom He l l , Sonnenfels:c. nicht geringen Einfluß hat- ten. Vorzüglich aber hatte L. seiner sehr wissenschaftlich gebildeten Mut- ter viel zu danken, welche seine früh entstandene und bald vorherrschend gewordene Neigung für die Wissenschaften überhaupt, besonders aber für die Natur- und Größenlehre, Geschichte und Länderkunde weckte und förderte; ihr verdankte er auch die, obgleich mäßigen Geldmittel, wel- che seine folgende wissenschaftliche Laufbahn ebneten und ihn in den Stand setzten, seiner Vorliebe für einige wissenschaftliche Zweige besonders fol- gen zu können. Nach vollendetem Studium der juridischen Wissenschaft und ihrer Hülfskenntniffe bereiste L. 1735 mit hinlänglicher wissenschaft- licher Vorbereitung Böhmen und Mahren, und sammelte in beyden Pro- vinzen viele, seine Wißbegierde zu befriedigen, geeignete Materialien der verschiedensten Art. Das folgende Jahr reiste er mit gleichem Erfolge nach Venedig. 1787 wurde er im Iustizfachs auf den fürstlich Schwarzenberg'schen Herrschaften Murau und Frauenburg in Steyermark angestellt. Hier bothen sich ihin die mannigfachsten Gelegen- heiten, seine Kenntnisse in den verschiedensten Geschäftsfächern zu berei- chern und sich höchst schätzbare Erfahrungen zu sammeln, die ihm in der Folge die ersprießlichsten Dienste leisteten. 1790 erhielt L. eine Raths- stelle bey dem Fürst-Erzbischofe von Sa lzburg , nachdem er demselben bey dessen weit ausgedehnten Lehenwesen in Steyermark mehrmahls we- sentliche Dienste geleistet hatte. Kaum war er jedoch zu Salzburg an- gelangt, als er von dem Grafen Joseph Thun einen sehr vortheil- haften Antrag erhielt, die Oberleitung dessen Gütergeschäfte in Böhmen und Tyrol zu übernehmen; zu gleicher Zeit wurde ihm auch die Verwal- tung der weitläufigen fürstl. Ba t thyan y'schen Gütergeschäfte in Nieder- österreich, Steyermark, Kärnthen, Ungarn und Croatien mit unbe-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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