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Liezen. —Lignc, Carl Ios., Fürst de.
tenants, dann Unterlieutenants oderL.'s geradezu.Nach demselben Beyspiele
gibt es auch Oberst-Lieutenants und Feldmarschall-Lieutenants, mit dem
Unterschiede, daß ersterer der nächste Rang unter dem Obersten ist, letz-
terer jedoch wirklich die Stelle eines commandirenden Generals bekleidet.
Bey der Marine sindet ein ähnliches Verhältnis; Statt; auch hier hat
jedes eigentliche Linienschiff mehrere Schisss-Licutenants. Da jedoch die
Schiffs-Capitäns höheren Nang haben als die Capitäns der Landarmee,
nähmlich den eines Generalmajors, so stehen die ersten Schiffs-Lieute-
nants auch den Stadsofflcieren der Linie gleich. Fregatten, Kutter und
andere geringere Fahrzeuge werden wohl auch von Schiffs-Lieutenants
befehligt. Der jüngste L. übt die Leute in den Waffen und hat die Er-
haltung und Verwahrung Letzterer auf sich.
Liezen, steyermärk. Markt im Iudenburger Kreise, welcher durch
seine glückliche Lage, am Vereinigungspuncte von 4 Straßen, so wohl-
habend ist, daß er zu den schönsten Orten Steyermarks gehört. L. hat
im October einen bedeutenden Pferdemarkt, und in der Nahe sind die
Admontischen Eisenwerke. Vom Calvarienberge hat man eine herrliche
Übersicht des reizenden Ennsthales, eines der schönsten der Monarchie.
L. hat 1,050 Einwohner.
Ligne, Carl Joseph Fürst de, Grand von Spanien erster
Classe, k. k. General-Feldmarschall und Inhaber des 30. Infanterie-
Regiments, Ritter des goldenen Vließes und Commandeur des Maria-
Theresienordens. — Seine frühern Titel waren: Fürst des heil. rö'm.
Reichs, erster Pair von Flandern, Pair, Marschall, Grand-Baillif
und souverainer Ofsicier der Land- und Grafschaft Hennegaü, Gouver-
neurvonMons, Pair von Namur und Artois; —er war am 23. May
1735 zu Brüssel geboren, aus einem der edelsten und angesehensten
Geschlechter Belgiens, das 3 Jahrhunderte hindurch in treuer Ergeben-
heit gegen den Landesfürsten seinen Ruhm in den Waffen gründete.
Sein Vater und Großvater standen als General- Lieutenants in österr.
Diensten. Ein ritterlicher Sinn und Muth, gesteigert durch die vielen
Gefahren,, denen er sich seir den frühesten Jahren unterzog, ein edles
Streben nach rühmlichen Waffenthaten/ gaben seinem Geiste eine hohe
militärische Richtung, die ihm bis zum Grabe treu geblieben ist. Noch
als Knabe hörte er, im Vorgefühleseiner künftigen Bahn, die Oroßtha-
ten der mörderischen Schlacht bey Fontenay erzählen, und ergötzte sich
daran. — Zum Jünglingsalter herangereift, widmete er sich dem Stu-
dium der classischen Literatur und der Kriegskunde, die er bis zu seinem
Lebensende mit rastlosem Eifer und Fleiße betriebe — L. glühte vor Be-
gierde, sich auf dem Felde der Ehre, auf dem sich seine Vorfahren Ruhm
und Lorbeern gesammelt hatten, auszuzeichnen, so daß er im 15. Jahre
seines Alters mit einem Hauptmanne des französischen Regiments Noyal
Baisseaux die Verabredung traf, im Falle der Krieg ausbrechen würde,
sich aus dem väterlichen Hause zu entfernen, und bey seinem Regiment
anzuwerben. Sein Vater wußte diesen erhabenen Sinn für den Mili-
tarstand in dem talentvollen Jünglinge zu unterhalten, und ihm eine
richtige Bahn vorzuzeichnen. Schon 1755, ausgerüstet mit allen nöthi-
gen Kenntnissen, erbielt er in österr. Kriegsdiensten in dem Regiments
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie