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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 448 -
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448 Ligne, Carl Jos. Fürst de. seines Vaters eine Compagnie. Nun eröffnete sich die ruhmvolle Bahn des heldenmüthigen Prinzen, eine Bahn, auf der er volle 60 Jahre als Held und Schriftsteller mit Ruhm bekränzt wandelte. — An den Schlachten von Col l in , Görl i tz, Bres lau, Leuthen, an der Belagerung von Schweidnitz nahm er selbst den thätigsten Antheil, und stellte als Schriftsteller diese Schlachten mit treffenden Bemerkungen und höchst originellen Ansichten historisch dar. — In der Scklacht von Coll in erwarb sich das Regiment de Ligne und der junge Fürst, der schon damahls die Seele dieses Regimentes war, unsterblichen Ruhm. In den Treffen, die auf jenen glänzenden Sieg folgten, war L. stets auf den Vorposten, und in der Schlacht bey Leuthen, wo Friedrich die Niederlage bey Col l in rächte, sammelte er mehrmahls unter dem heftigsten Kugelregen sein Regiment, führte es gegen den'Feind und erneuerte den Angriff; als endlich die Schlacht entschieden war, sammelte er sein Regiment und führte es mit Blitzesschnelle durch die unwegsam- sten Gegenden ohne Verlust nach Böhmen. 1757 wurde er zum Oberst- Lieutenant befördert. 1753 war er in der Schlacht bey Hohenkirchen, eroberte mit stürmender Hand den sogenannten großen Garten vonDres« den/ und wurde, da der Oberst des Regiments in die Gefangenschaft aerieth, zum commandirenden Obersten des Regiments ernannt. Nach dem Siege bey Maxen, an dem er ebenfalls den thätigsten Antheil nahm, wurde er an Ludwig XV. gesandt. In Paris durchlebte er den qanzen Winter, und genoß daselbst nach seiner eigenen Äußerung viele Freuden, die ihm aber manche Unannehmlichkeiten verbitterten. — 1760 befand sich der Prinz bey der Armee unrer General Lascy, und wohnte der Einnahme von Ber l in , Potsdam und der Schlacht bey Torgau bey. — Nach dem Frieden zu Hub ertsblrrg und bey Ge- legenheit der Krönung Joseph's I I . zum römischen Kaiser wmde er 1764 zum Generalmajor befördert, und begleitete 1770 diesen Fürsten zu jener denkwürdigen Zusammenkunft mit demKönig Fried rich I I . zu M ahr. - Neust ad t, die er mit vielem Scharfsinn entworfen und darge- stellt der Nachwelt aufbewahrte. 1771 wurde er Inhaber eines Infanterie- Regiments, Feldmarschall-Lieutenant und Ritter des goldenen Vließes Nachdem der siebenjährige Krieg beendigt war, genoß Europa bis zum Ausbruche des Türkenkriegs eines wohlthätigen Friedens, und diese Pe- riode benutzte der Fürst, um seine Kenntnisse, im Umgänge mit den würdigsten Männern und Frauen zu erweitern, und sich die geselligen Tugenden anzueignen. — In diese Periode fallen auch seine Reisen nach England, Italien und der Schweiz, nach Frankreich, Deutschland und Polen, die vielen Besuche, mit denen er von Prinzen des franzö- sischen Regentenhauses auf seinem Landsitze zu Beloei l beehrt wurde, seine Bekanntschaft mit Montesquieu, d'Alembert, Voltaire. Eben so würdigte ihn auch Friedrich I I . seines besondern Zutrauens.— Die nähere Bekanntschaft mit dem französischen Hofe machte er durch den Grafen von Artois, den er schon früher in den Niederlanden kennen
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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