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L i n d c n a u. — L i n k. 455
währen. Diese Werke betreffen Civil-, Cameral- und politische Mate-
rie«/ nähmlich: Das früher in Osterreich übliche gemeine und einheimi-
sche Recht nach der Paragraphenfolge des neuen bürgerlichen Gesetzbuches,
ZThle.Wion 1815—20. —Das Abfahrtgeld mit Rücksicht aufdie beste-
henden Freyzug'igkeits-Vettrage, eb. 1827. — Die Erbsteuer, eb. 1829. —
Abhandlungen über Cameral- und fiscalämrliche Gegenstande, als Cadu-
citaten, Amortisationen von Urkunden und öffentlichen Creditspapieren,
vierten Pfennig, Münzsachen, Punzirungssachen und Feingehalt, Ta-
baksachen, Postsachen, Lottosachen, Cautionen, Instructionen für die
Fiscalcimter und Cameral-Reprasentanten; nebst einer besonderen Ab-
handlung über Adelsanlnaßungen. eb. 1334. — Das ösierr. Frauen-
recht. 2 Bde. eb. 1834.
Lindenau, Carl Friedr. v., k. k. Feldzeugmeister, Ritter des
Maria-Theresien-Ordens, Inhaber des Infanterie-Regiments Nr. 29,
war 1752 geboren und aus dem königl. preußischen Dienst in den kaiserl.
österreichischen getreten. Seine erste Beförderung hatte er dem großen
Tactiker, Feldmarschall Grafen von Lascy, der in ihm einen würdigen
Zögling Friedrichs I I . erkannte, zu verdanken. L. stieg nun von einer
Stufe zur andern und erwarb sich durch seine ractischen und practischen
Militärkenntnisse als Officier und Schriftsteller allgemeine Achtung; er
war von den Meisten der Erzherzoge von Österreich theils Lehrer der Tactik,
theils Kriegsgenosse, und wegen seiner angenehmen Benehmungsweise,
verbunden mit vielem Witze, erfreute er sich ihres bestandigen Umgane
ges, so wie jenes des Herzogs Albrecht von Sachsen-Teschen und seines
getreuen Adjutanten des Feldmarschall-Lieutenants Freyherrn von B lum,
den L., nachdem er dem Tode mit stoischer Gelassenheit, wie Fried-
rich II.,, in Generaluniform mit Stiefel und Sporn entgegensah, aus
besonderer Achtung zum Vollstrecker seines letzten Willens ernannte. Er
starb zu Wien den 14. Febr. 1817. So wie L. während seines Lebens
durch vorzügliche Talente glänzte, so machte ihn nach seinem Tode sein
letzter Wille als vorurtheillosen Menschenfreund, weit von allem Sectsn-
geist entfernt, allgemein verehrungswürdig. Er bedachte nicht nur seine
Freunde und seine Dienerschaft reichlich, sondern er weihte ohne Unter-
schied der Religion den größten Theil seines Vermögens der leidenden
Menschheit. So erhielten die Elisabethinerinnen, die barmherzigen
Brüder, die protestantischen und reformirten Armen und seine Regiments-
schule beträchtliche Vermächtnisse. Seine literarischen Freunde waren:
Ayrenhoff, Leon, Bened. Arn stein und R etzer. Seine beyden,
zu ihrer Zeit sehr schätzbaren l^iterarischen Werke sind: Über Winterposti-
run^en. Leipzig 1789. — Über die höhere preußische Tactik. 2 Theile.
eb. 1789—-90.
Link, Ant., Pfarrer in Brauna u, vordem Spiritual am Linzer
Seminar, geb. den 20. Apr. 1773 zuSeggingen am Rhein. Die untern
Schulen absolvirte er zu So lo thurn in der Schweiz, studirte sodann
zu Freyburg im Breisgau und endlich zu L inz, wo er 1300 die
Priesterweihe emvftng. Bald darauf wurde L. zum Lehrer der Catechetik
und zum Schulcatecheten an der Normalhauptschule zu Linz ernannt,
1804 übernahm er auch die Catechetenstelle an der Ursuliner-Mädchen-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie