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' schule, 1806 erhielt er die Pfarre R e chb erg im Mühlviertel, 1814
wurde er von dem damahligen Bischof von L inz, Grafen von Hohen-
war t , zur neu errichteten Stelle eines Spirituals am dortigen Priester-
Seminar berufen und auch zum Consistorialrathe ernannt. Durch seine
thätige Verwendung um Jugend- und Volksbildung in leiblicher und
geistiger Hinsicht, erwarb sich L. große Verdienste, welche auch durch
mehrere Belobungs-Decrete höheren Orts anerkannt wurden. Er war
auch ein eifriger Beförderer der Schutzpocken-Impfung. Starb 1833.
Im Drucke erschienen von ihm: Lehrbuch der reinen Mathematik :c. Linz
1805. — Die Geschichte Jesu :c. eb. 1307. — Nützliches und lehrrei-
ches Lesebüchlein für die ganz kleinen Kinder :c. eb. 1807. — Lehr-
und Erbauungsbuch für die liebe Jugend:c. eb. 1306; 2. Aufl. eb. 1308.
— Die Geschichte eines ungerathenen Kindes:c., eb. 1808. -^- Leicht-
faßlicher Unterricht in der Naturlehre:c., 3 Thle. eb. 1808. — Deut-
licher und gründlicher Unterricht im Rechnen mit Ziffern :c., eb. 1811.—
Neuer Kreuzweg in 15 Starionen, eb. 1312. ^- Neues kathol. Ge-
bethbuch für das Landvolk, eb. 1312. —Neue deutsche Sprachlehre:c.,
eb. 1313. — Sieben Fastenpredigten über die Leidensgeschichte Jesu,
eb. 1315. — Sittenspiegel, ein Lesebuch für Kinder, eb. 1815..—
Ausführlicher catechet. Unterricht über das Sacrament der Firmung :c.,
eb. 1315. — Leichtfaßlicher Unterricht in der deutschen Rechtschreibung :c.,
3. Aufl. eb. 1816. — Ausführliche Schul-Catechisationen über den
ersten Unterricht in der Moral und Religion :c., 3 Thle. eb. 1316—18.
Linz, Hauptstadt in Österreich ob der Enns, im Mühlkreise am
rechten Ufer der Donau gelegen. — Geschichte. L. kennt man von
den Zeiten der Römer her unter dem Nahmen Lentia. Im Jahre 46
nach Chr. Geb. standen von dem alten Lentia nur mehr einige Fischer-
häuschen an der Donau. Auch in den nächsten Zeiten nach den Römern
ist die Geschichte von L. dunkel; man weiß nur, dasi es der Sitz der
Grafen von Kyrnberg war, und Gottschalk, der letzte dieses
Stammes, 1036 seine ganze Grafschaft dem Markgrafen Leopoldl l ,
von Osterreich käuflich überließ. Damahls bestand die Stadt nur aus
dem wahrscheinlich auf den Trümmern eines alten römischen Castells um
900 erbauten Schlosse, einigen Häusern in der Nähe desselben und der
Altstadt, deren höheres Alter man jetzt noch deutlich wahrnimmt. L. hatte
jedoch schon Ringmauern und Thore, erhielt auch bereits 1106 eine
Brücke über die Donau; weil diese jedoch bald von dem Wasser wegge-
rissen wurde, behalf man sich längere Zeit mit einer Schiffbrücke, bis
endlich 1490 von Neuem eine Jochbrücke erbaut wurde. In demselben
Jahre wurde L. von Kaiser Friedrich I I I . zur Hauptstadt deS Landes
ob der Enns erhoben. — L. hatte verschiedene Belagerungen und feind-
liche Überfälle auszuhalten; am meisten litt es 1626 im Bauernkriege.
Die Bauern belagerten es lange Zeit unter ihrem Oberanführer Ste-
phan Fading er vergeblich, und versuchten es einigemahl zu stür-
men, jedoch ohne Erfolg. Fading er bekam wahrend der Belagerung
eine tödtliche Wunde, an welcher er nach wenigen Tagen starb; die Sei-
nigen setzten aber die Belagerung fort und obschon sie, besonders aus
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie