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Lithographisches Institut in U)ien. — Littrow.
brachten diese für Erstere günstigeWendung hervor. Besonders sind es
Darstellungen nach guten Originalen, Portraits, Landschaften, Zeich-
nenlehrbücher, kalligraphische Arbeiten, Visitkarten, lmirte Bogen für
Kanzley-und Handelsbücher, Tabellen:c., welche den stärksten Absatz
finden, und womit Wien nach den meisten Provinzen der Monarchie
Geschäfte macht. Im Ganzen genommen, behaupten jedoch die Pariser
und Münchner Steindrucke, rücksichtlich der Reinheit der Ausführung
und des guten Druckes noch immer den Vorzug, und werden daher auch
noch häufig eingeführt. In neuester Zeit beschäftigen sich mehrere Litho-
graphen auch mit Anwendung ihrer Kunst auf Leinen-, Bcmmwoll-,
Schafwoll- und Seidenstoffe.
Lithographisches Inst i tut inwien. Diese vorzügliche Kunst-
anstalt, gegründet 1317 durch den Grafen von P ö t t i n g , nunmehr
Eigenthum des C. B. Gram ich, befindet sich in der Stadt im fürstl.
Liechtenstei n'schen Hause/ Herrengasse Nr. 252 (früher durch mehrere
Jahre auf dem Michaelsplatze Nr. 2); eine zweyte Druckerey desselben
ist auf der Mieden, Alleegasse Nr. 889. Sie beschäftigt mehrere Künst-
ler, z. B. Schindler, Eyb l , Schwemminger, Wol f , Rau-
lino, Ro l l i ng , v. Nathmansdo r f , früher auch Kr iehüber,
lieferte viele und schöne Kunstwerke, worunter besonders der Stamm-
baum des Hauses Habsbürg nach den in der Ambraser-Sammlung
befindlichen Originalien in 60 großen Foli^blätrern mit deutschem Text
von Aloys Pr im isser (s. d.) ausgezeichnet zu nennen ist; dann Un-
garns Herzoge und Könige, eine Sammlung von 68 Folioblättern, von
Bela I. bis Ferdinand V . , von Krieh über, Schwindr,
Bayer und Lancedelly gezeichnet mit deutschem und ungarischem
Text; ferner mehrere Sammlungen von Landschaften, Architekturstü-
cken, Portraits, historischen Gegenständen, Carricaturen und dergleichen
in reinen kräftigen Abdrücken und zu sehr mäßigen Preisen.
L i t t au , mähri Municipalstadt im Olmützer Kreise, auf einer
Insel der March, in einer ziemlich fruchtbaren Gegend, mit 2,200 Ein-
wohnern und einer ansehnlichen Papierfabrik.
L i t t row, Jos. Joh. , ist geboren am 13. März 1781 in der
Stadt B ischo f-T e in i tz in Böhmen, wo sein Vater als Kauf-
mann lebte. Seine Voraltern stammen aus Liefland, welches, sie am
Ende des 17. Jahrhunderts nach einem Brandunglücke verließen, um zu
ihren Verwandren nach Böhmen zu ziehen. — Des sonderbaren Zufalls
wegen, verdientes erwähnt zu werden, das an demselben Jahrestage,
am 1Z. März 178l,Herschel den neuen Planeten U ranus entdeckte.
— Die 2 ersten Jahre war L. immer krank und oft zum Sterben. An
den Blattern lag er 8 Tage blind. AlleVerwandten gaben dieHoffnung
an dem Aufkommen des schwachen Kindes auf. Mir dem 3. Jahre
kräftigte sich seine Gesundheit und fortan lernte er, was Krankheit sey,
nur durch fremde Erfahrungen kennen. Mit seinem 5. Jahre bezog er
die Stadtschule seines Geburtsortes, in welcher auch der berühmte Sla-
vist Dobrowsty seine erste Erziehung genossen hatte. Diese Schule
war eine damahls sogenannte Musterschule, zu deren Besuch die Leh-
rer der umliegenden Landschulen, nach einem Iosephinischen Gesetze,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie