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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 470 -
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Lobkowiy, das Gelchlecht. Erstarb 1677 als Ritter des gold. Vließes, Feldmarschall, Hofkriegs, rarhspräsident, Obersthofmeister und oberster Landeshauptmann in Schlesien. SeinSohn, Fürst F erdina n d Äugn st, geboren 1655, Regierer desHauses Lobtowitz, Herzog v. Sagan, wurde der erste Besitzer des fürstl. Fideicommiffes, verlor aber das in der Oberpfalz ge- legene Lehen S chön see, weil er den Churfürsten von Bayern nicht als Lehensherrn erkennen wollte. Er starb 1715 mit Hinterlassung dreyer Sohne: Ph i l i pp / Joseph und Johann. Ersterer pflanzte die Hauptlinie fort. I ose rh Anton August , Fürst von L., dessen Halbbruder aus zweyter Ehe, starb als k. k. Feldmarschall-Lieutenant. 1717 an einer in der Schlacht bey Belgrad erhaltenen Wunde. I o h. Georg Christ ian stiftete die jüngere fürstliche Linie. Phi l ipp's Sohn Ferd inand P h i l i p p , gestorben 1734, war mit einer Prinzessinn von Savoyen-Carignan vermählt. Nach seinem Tode wurde das in Preußisch-Schlesien gelegene Herzogthum Sagan, um sich aller fremdländischen Verhaltnisse zu entäußern, an das Haus B i- ?on verkauft, dagegen erhob Kaiser I o sepH I I . 1736 die Herrschaft Raudnitz an der Elbe zum Herzogthum, und die Fürsten v L. nah- men nun den Titel der Herzoge von Raudnitz mit gleichen Vorzügen an, Fer- dinand Phi l ipp's Sohn, Joseph Franz, geboren 1732, verc mehrte die fürstl. Besitzungen noch bedeutender. Als die Auflösung des deutschen Reiches die Mediatisirung so vieler regierender Hauser herbey» führte, kamen die Fürsten v. L. in Betracht der Herrschaften Sternstein und V^aldthurm unter tön. bayerische Landeshoheit, Fürst Joseph Franz verkaufte daher beyde Herrschaften an das königl. Haus. 1309 rüstete er als Oberstwachtmeister des Saazer Landwehrbataillons ein eigenes Iägerbataillon aus, welches sich den Reihen der Vaterlandsver- theidiger anschloß. Er starb 1316 als k° k. Kämmerer, geh. Rath und Generalmajor. Gegenwärtiger Standesherr ist dessen ältester Sobn, Ferdinand Joseph, geboren 1797, k. k. Kammerer, Oberst-Erb- land-Schatzmeister des Königreiches Böhmen und Mitglied der Gesell- schaft patriotischer Kunstfreunde in Böhmen. Der vollständige Titel des jeweiligen MajoratSherrn der herzogt. Linie ist: Regierer des fürstl. HauseS Lobkowitz, Herzog zuNaudnitz, gefürsteter Graf zu Stern- stein und Neus tad t . Die zweyte, jüngere Linie, welche auch den herzogt. Titel führt, stammt, wie erwahnr, von Johann Georg Christ ian (s. d.) , Sohn des Fürsten Ferdinand August aus 2. Ehe, welcher die Herrschaft Eisen bürg und Neudorf zum Erb- theile erhielt. Dessen Sohn, Joseph M a r i a , geboren den 2. Jan. 1725, trar 1741 als Fähnrich m kaiserl. Kriegsdienste, und schwang sich schon nach siebzehnjährigem Dienste zur Würde eines Generalma- jors. Seiner großen Verdienste in den Feldzügen gegen Preußen we- gen, erhielt er 1760 den Maria Theresien-Orden, 1763 wurde er Feldmarschall-Lieutenant, 1770 General der Cavallerie, und 1773 Regimentsinhaber, zugleich erhielt er für seine am russischen Hofe klug seleiteten-Unterbandlungen, durch welche die Königreiche Galizien und Lodomerien an ösierreich fielen, den Orden des goldenen Vließes, 1765
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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