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Lobkowiy, Ant. Isidor Fürst v. !7l
wurde ev Hauptmann der Arciere:, - Leibgarde und Feldmarschall. Er
starb am 6. März 1802 zu Wien ohne Erben. Von allen männlichen,
-Hkommen des Fürsten Ioh . GeorgChrist ian pflanzten diese fürsts.
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allein: August Ant. Ios. (geboren 1729) fort. Nach Voll-
endung seiner Studien zu Rom trat auch er in den Kriegsstand, wel-
chem er 23 Jahre seines Lebens widmete. Nach Beendigung des sieben-
jährigen Krieges verließ er als Generalmajor diese Laufbahn, und ging
als österr. Gesandter nach Spanien, welchen Posten er durch 5 Jahre
mit Glanz und Würde bekleidete. Nach semer Rückkehr entsagte er allen
Sta.nsgeschaften, und lebte nur sich und den Seim'gen, dabey bewies
er sich den Gelehrten und Künstlern als edler Mäcen. Besonders war ihm
die Beförderung derTonkunst sehr angelegen. Er starb 1303 und hinter-
ließ 2 Söhne: August, starb ohne Erben, und Ant. Is idor (s. d.).
Jetziger Standesherr dieser Linierst der Sohn des Letztern: Fürst Au-
gust Longin, geboren 1797, k. k. geh. Rath und Präsident der 133^
neu errichteten Hoskammer im Münz- und Bergwesen, Präses der Ge-
sellschaft der Musikfreunde inWien, der Gesellschaft patriotischer Kunst-
freunde, des Vereins zur Beförderung der Tonkunst und der Gesell-
schaft des vaterlandischen Museums in Böhmen Mitglied. Fürst L. hat
sich als Gouverneur in Galizien, besonders in der unglücklichen Zeit dieses
Landes (während der Cholera 1331) ausnehmende Verdienste erworben,
war hierauf einige Zeit bey der k. k. allgem. Hofkammer an der Prä-
sidialsphäre zugetheilt, dann bis zum Nov. 1634 Hofkanzler der ver-
einigten Hofkanzley.
Lobkowiy, Ant. Istdor Fürst v. , war geboren zu Ma-
drid den 16. Dec. 1775, während sein Vater, Fürst Aug. Ant.
Ios., sich als k. k. Bothschafter daselbst befand.Er war der Jüngste von
7 Brüdern, und erhielt eine sehr sorgfältige Erziehung, welche ganz
geeignet war, jene trefflichen Eigenschafren und den regen Sinn für
Künste und Wissenschaften zu entwickeln, mit welchem er von der Natur
begabt war, und welcher sich schon frühzeitig auf die erfreulichste Weise
äußerte. Im Gebiethe der Künste trat L. zuerst wirkend auf. Als Mit-
glied der böhm. Privatgesellschaft patriotischer Kunstfreunde wurde er
1800 zu ihren Referenten und Geschäftsführer gewählt, welche Stellen
er durch eine Reihe von 16 Jahren mir der größten Auszeichnung be-
kleidere. Bald darauf trat sr auch dem Privatvereme zu Unterstützung
der Armen mit Nahrungsmitteln bey, wurde dann Vorsteher des Ver-
eins zur Unterstützung der Armen mit Feuerungsstoff, und bildete aus
diesen beyden Vereinen den schönen und wohlthatigen Privatverein zur
Unterstützung der Hausarmen, welchen er von seiner Entstehung im
Jahre 1310 an, bis zu seinem Tode mit unermüdlichem Eifer und loh-
nendem Erfolge leitete, welcher ihm den regen Dank der Armen und den.
Dank seiner Mitbürger für immerwährende Zeiten sichert. Mit gleichem
Gefühl für die Bedürfnisse der Menschheit und edlem Gemeinsinn trat
L. mehreren andern, die Beförderung gemeinnütziger Zwecke beabsich-
tigenden Vereinen bey, so z. B. dem von Kaiser Franz 1816 gestifteten
Vereine zur Unterstützung der nothleidenden Gebirgsbewohner Böhmens,
der Humanitäts-Privatgesellschaft zur Rettung der Scheintodten, deren
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie