Seite - 476 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Bild der Seite - 476 -
Text der Seite - 476 -
476 Lobkowiy, Ioh. Caram. v. — Lobosty, Schlacht bey.
gerichteter Reisebericht; sein Gedicht auf die Erfindungen der Deutschen
(Schießpulver und Buchdruckerkunst); sein Gemälde des Hoflebens, sind
und bleiben Meisterwerke, werth mit dem Schönsten, was aus dem
classischen Alterthume in dieser Art zu uns gelangte, in die Schranken
zu treten. L.'s Mitbürger und das Ausland zollten ihm zahllos den Tri-
but gerechten Preises. Als seine Werke 1570 herauskamen, bestimmte
selbe die Universität von Leipzig zu Musterbüchern der schönen Wissen-
schaften.
Lobkowiy, I oh . Caramuel v., wurde zu Madr id 1606 am
23. May geboren. Sein Vater, der ein Edelmann in Luxemburg
gewesen, ließ ihlwin den Wissenschaften gleich von erster Jugend an so
gut unterrichten, üaß er nicht nur Mathematik und Dichtkunst, sondern
auch orientalische Sprachen, besonders aber die chinesische sich eigen
machte, und auf der Universität zu Löwen den theologischen Doctorhut
erhielt. 1646 befand er sich in P rag , wo er eine Rede bey der königl.
Krönung Ferdinand's IV. hielt, und als Abt dem Stifte Emaus
in der Neustadt Prag vom Kaiser Ferdinand 1^1. vorgesetzt wurde.
Bald darauf ernannte ihn der Prager Erzbischof zu seinem Generalvicar,
welcher Würde er aber bald wieder entsagte, und sich in sein Bisthum
zu V igev ano, einer kleinen Stadt im Mailändischen, begab. Später
reiste er nach Madr id und starb daselbst am 7. Sepr. 1683. Ergab
folgende Werke über die Musik heraus: Arte nueva de Musica in-
ventada anno da 600, por 3. (^regorio, desconcertada anno da
1^)26, por (^uidon Aretino, restituida 2 su primera pei'leccion
anno 1620 por Er. Pedro de Vrenna, reducida ä este breve
compendio anno 1644 por I. C. (loan. Caramuel) etc. En Rciina
1669. Die 2. Auf l . von diesem spanischen Werke hat C o s m e r o v i u s
in Wien veranstaltet. — Ortnograpnia musica. — Ortologia
musica, u. m. a.
Lobosiy, böhm. Städtchen von 1,200 Einw. im Leitmeritzer
Kreise am linken Ufer der Elbe, denkwürdig durch die Schlacht zwischen
den Preußen und Österreichern. (S. den folgenden Artikel.)
Lobof ly, Schlacht bey, den 1. Oct. 1756. König Fried-
rich I I . von Preußen erössnete den 7jährigen Krieg durch den Überfall
des gegen ihn verbündeten Sachsens. Die Truppen dieses Landes, zu
schwach, ihm im offenen Felde zu widerstehen, eilten, ein durch Natur
und Kunst festes Lager bey P i rna zu besetzen, wo sie Hülfe von Öster-
reich erwarteten. Sie ihnen zu bringen, zog Feldmarschall Browne
mit dem größten Theil des bey Col l in versammelten Heeres gegen Sach-
sen, um das im Lager bey P i rna vom König eingeschlossene Heer zu
befreyen und sich mit demselben zu vereinigen. Die Folgen dieser Ver-
einigung konnten für Friedrich gefahrlich werden. Er beschloß ihnen
durch eine Schlacht zu begegnen, welche der österreichische Feldherr am
l. Oct. bey L. annahm. Sie sing um 7 Uhr Morgens an. Ein starker
Nebel deckte „durch mehrere Stunden die Gegend, und verwehrte den
Fährern die Übersicht der Schlacht. Als die Nebeldecke schwand, mach-
ten 30 Escadronen Preußen einen heftigen Angriff auf die österreichische
R.'iterey, welche zwischen L. und Sulowitz aufgestellt war, und drück-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie