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Verwendung so rühmlich aus, daß er bald die ehrenvollsten Beförderun-
gen erlangte. Schon in seinem 19. Jahre widmete er sich der Schrift
stellerey mit vielem Erfolge. 1763 machte L. eine Reise nach London
und wurde nach seiner Zurückkunft als niederosterr. Regierungsrath an-
gestellt. Er starb zu Wien den 27. Dec. 1300. L. war ein tüchtiger
Philolog, besonders ein gediegener Kenner der classischen Literatur der
Griechen. Eine schöne Frucht und Beurkundung ist seine Ausgabe von:
Xenopkvn Ephes. de Anthia et Hadrocorne, Wien 1796. Es ist
dieß eine neue, auf wiederholte Vergleichung des Florentiner Codex ge-
gründete Recension. Die latein. Übersetzung ist neu, die fremden und
eigenen Noten sind reich und gehaltvoll. Dieß ist noch immer die Opti-
ma, wiewohl Peerlkamp's Ausgabe (1813) nicht unglücklich wetteifert.
L.'s fernere Schriften sind: ?ria tcntamina acl illusfrandas leges X i l .
'I^kularum. Viennae. 1754.—Dialogus deiterätislikrorum editio-
nil).us 1753; beyde Werke anonym und ohne Druckorc. — Ezöai sur ja
näcessite dt» conlerer les emplois selon les talens. 1760. 2. Aufl.
ohne Wissen des Verfassers 1763.
Loder, Mat thäus, Kammermaler des Erzherzogs Johann
auf dessen Brandhofe in Steyermark, war geboren zu Wien den 31.
May 1761: Schon als Knabe zeigte L. sowohl die besten Anlagen, als
auch glühenden Eifer für die Kunst, und kam in einem Alter von 12
Jahren zur>Akademie der bildenden Künste in Wien , wo er sich zuerst
der Blumenzeichnung widmete. Eine Folge von 55 Stücken auserlesener
Blumenbouquets, die allgemeinen Beyfall fanden, waren die ersten
erfreulichen Früchte dieser Studien; darauf widmete sich L. dem Fache
der architektonischen Zeichnung und erhielt in selbem bald einen Ehren-
preis. Nun begann er auch die Anatomie zu studiren, verfolgte mit rast-
losem Eifer seine selbstgewählte, so verschiedenartige Kunstzweige um-
fassende Laufbahn und machte bald bedeutende Fortschritte in jedem
derselben. Während der Ferienzeit besuchte L. die Umgebungen Wien's,
so wie die Ruinen der Ritterburgen und Bergschlösser des Landes unter
der Enns, welche herrlichen Überreste des Alterthums auch die Lust zur
Historienmalerey in ihm rege machten. Auch in der Portratmalerey machte
er sehr gelungene Versuche. Er genoß auch die Ehre, der Erzherzoginn
M. Louise Unterricht im Zeichnen zugeben, und diese erhabene Be-
schützerinn der Künste und Wissenschaften berief ihn auch 1815 als Kam-
mermaler nach Parma. Semem, durch fortwahrendes Studium und
anhaltende Kunstbeschäftigungen erschöpften Körper war jedoch das ita-
lienische Clima nicht zuträglich, er ging 1316 wieder nach Wien zurück,
wohin ihm das Diplom eines Ehrenmitgliedes der Akademie derMalerey,
Bildhauerey und Baukunst zu Parma folgte. Bald nach seiner Rück-
kehr wurde L. als Kammermaler bey dem Erzherzog I ohann aufge-
nommen und hatte als Begleiter auf dessen Reisen durch die Gebirgs-
gegenden S-eyermarkk lvid Salzburgs reichliche Gelegenheit, sein Talent
im Landschaftsmalen zu vervollkommnen. 1826 genosi L. noch die Ehre,
gleich mehreren Vaterland. Künstlern, ein Blatt in das Stammbuch der
Kaiserinn Ca ro line Augu ste malen zu dürfen. Anfangs 1823 fing er
an zu kränkeln, alle angewandten Mittel waren vergebens und er starb
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie