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Lodi. — Lodi, Schlacht bey. 479
den 16. Sept. desselben Jahres auf dem Brandhofe. Besonders erwah-
nenswerth sind folgende seiner Gemälde: Aufstellung des durch den Erz-
herzog Johann gestifteten Kreuzbildes auf dem Erzberg in Steyermark;
Krönung der Kaiserinn Carol . Auguste zur Königinn von Ungarn;
Auerhahnjagd, wovon er selbst Augenzeuge war; viele Landschaftsbilder,
welche sich im Besitze des Erzherzogs Ioh ann und der Erzherzoginn
M. Louise befinden, und endlich eine Menge Zeichnungen, z. B. zu
den von Franz Stöber gestochenen Zerrbildern, zum Mythos, zur
Do ll'schen Ausgabe Wi elan d's und dann zu mehreren Taschenbüchern,
Almanachen und Romanen.
Lod i , Hauptstadt der gleichnahmigen Delegation im Gouverne-
ment Mailand des lcmbardisch-venetian. Königreiches, liegt auf einer
Anhöhe an der Adda auf der Straße vonMai land nach Piacenza,
ist gut gebaut, hat breite Straßen, große Paläste und eine Menge
herrlicher, reich verzierter Kirchen. Sehenswerth ist die Kirche Incoro-
natä, eine schöne Rotunde, gebaut von B ra m ante und ausgemalt
vonCallisto Piazza, einem SchülerTizian's. Ferner die Palaste der
Familien Ä?e<rlino, B a r n i , so wie der des Bischofs (letztere beyde
smd nicht ganz ausgebaut), und endlich das große Hospital, in dessen
Hofe einige merkwürdige antike Leichensteine liegen. Einen besondern,
aber in Italien gewöhnlichen Anblick gewahrt dieses Krankenhaus dadurch,
daß die Betten der darin aufgenommenen Personen in großen gewölbten
Hallen reihenweise neben einander stehen, durch deren große nur mit
Gitterthüren versehene Portale man von der Straße aus sehen kann,
wie sich der Kranke in seinem Bette befindet. Der mit Bogengangen ge-
zierte große Marktplatz hat ein freundliches Ansehen. L. hat 16,000
Eimv., eine bedeutende Majolicafabrik, und ist eigentlich das Vater-
land der berühmten Parmesankäse; mehr als 30,000 Kühe werden zu
diesem Behufe in der Umgegend gehalten. Das jetzige L. verdankt seine
Entstehung dem Kaiser Friedrich Barbarossa, der nach der Zer-
störung ven Ma i land hier ein Casiell anlegte. Das alte L., Lau»
?0mpeja, eine von dem Vater desPompeius gestiftete römische Co-
lonie, ward von den Mailändern im 12. Jahrhundert zerstört, liegt
am Cambro, von L. 3Miglien, und heißt noch jetzt L. v ecch io. Inder
neueren Geschichteist L. wegen des Sieges, den Bonapar te den 10.
May 1796 über die Österreicher unter Beaul ieu erfocht, besonders
merkwürdig geworden (s. den folg. Art.). — L. ist übrigens der Sitz
eines Bisthums mit Domcapitel, der kön. Delegation und Provinzial-
Congregation, eines Civil-, Criminal- und Mercantilgerichts, hat
eine philosophische Lehranstalt, ein königl. und bischöfl. Gymnasium, eine
öffentl. Bibliothek, eine Hauptschule und Mädchenschule nebst mehreren
andern Erziehungs- und Humcmitätsanstalten.
Lodi, Schlacht bey. Im zweyten französischen Feldzug 1796
war das von dem General Beau l ieu befehligte österr. Armee-Corps
von 25,000 Mann bey dieser Stadt über die Adda gegangen, und be-
hauptete eine unzugängliche Stellung, zu welcher nur eine enge Brücke
führte, und die noch überdieß durch 30 Kanonen vertheidigt wurde. Ein
französisches Armee-Corps ron 60,000 Mann unter Bonap arte's
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie