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480 Lodi und Trema. — Lodron, Carl Franz, Graf v.
Befehl rückte gegen dasselbe unter dem Schutze einer zahlreichen Artillerie
in gedrängter Cvlonne und im Sturmschritte vor. Das Gefecht entspann
sich bald, beyde Heere schlugen sich mit der äußersten Tapferkeit, die
österr. Kanonen richteten ein furchtbares Blutbad an, und streckten
ganze Reihen der Feinde nieder. Lange schwankte das Schicksal der
Schlacht, trotz ihrer Überlegenheit schienen die Franzosen den Kürzern
zuziehen. Obschon sich Ber th ie r , Lannes und Massena an die
Spitze der Colonnen stellten, über die Brücke drangen^ und die ö'sterr.
Batterien zum Schweigen brachten, behaupteten die Österreicher durch
löwenmüthige Tapferkeit ihre Stellung, als auf einmahl Augereau mit
bedeutender Verstärkung erschien und die Schlacht zum Vortheile der
Franzosen entschied. Die Österreicher wurden aus ihrer Stellung gewor-
fen, und verloren 3,000 Mann an Todten, Verwundeten und Gefan-
genen, so wie einen großen Theit ihres Geschützes, die Ehre ihrer
Waffen aber rettete Beaul ieu durch einen mit Ordnung und Kaltblü-
tigkeit geleiteten Rückzug. Die Franzosen bezahlten diesen Sicg zwar
theuer, indem sie nach ihren eigenen Angaben über 12,000 Mann ver-
loren, doch hatte er die Einnahme und Republikanisirung der Lombardis
zur Folge, so wie er auch die Separatfriedensvertrage von Sardinien,
Parma, dem Papst und Neapel mit Frankreich herbeyführte.
Lodi und Crema, Delegation in der Lombardie, bat einen
Flachenraum von 32 Q. M . , worauf 192,000 Menschen in 2 Städten,
10 Marktflecken und 489 Dörfern gezählt werden. Sie wird in 9 Di-
str i t te eingetheilt: Lodi; Zelo; B u o n Persico; S. Angiolo;
Borghet to ; Casal Puste r lengo; Codogno; Pandino;
Crema. Die Delegation wird durch die Flüsse Po, Adda, Lambro,
Serio und Muzza gewassert. Korn, Reis und Flachs sind die vorzüg-
lichsten Producte. Die Viehzucht wird emsig betrieben.
Lodron, die Grafen, ein altes österr. Geschlecht, das seinen Ur-
sprung von der römischen Familie der Lateranenser herleitet, und lange
Zeit das aus 12 Dörfern bestehende Thal V al le di Vestino und
Lodron in Italien besaß. Unter Kaiser Friedrich dem Rothbart
erhielt die Familie die reichsgräfi. Würde, und theilte sich in der Folge
in mehrere Linien, deren älteste ehedem das Erbmarschallamt von Salz-
burg besaß, und noch jetzt daselbst ihren Wohnsitz hat.
Lodron, Carl Franz, Graf v., Fürstbischof zu Br ixen,
war geboren zu Innsbruck den 17. Nov. 1746. Er studirte am dor-
tigen Gymnasium Philosophie, Rechtslehre und Theologie, 1769 ging
er nach Rom, um sich vollends zum Priester auszubilden, zu wel-
chem Zwecke er daselbst das damahls bestehende deutsch-ungar. Colle-
gium bezog und die Vorlesungen über Scholastik, das canonische Recht
und Polemik hörte. 1770 wurde L. Subdiacon, 1771 empfing er die
Priesterweihe. 1773 trat er aus dem Collegium und erhielt noch das-
selbe Jahr ein Canonicat zu B r i r en , 1774 wurde er von dem Fürst-
Bischofe als wirklicher geistlicher Rath in das Consistorium berufen und
1775 zum Capitular erklärt. 1779 ward L. von dem Domcapitel als
Devutirter zum Landschafrscongresse nach Innsbruck abgeordnet und
zeichnete sich daselbst durch gediegene Beredsamkeit aus. 1786 wurde ihm
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie